Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Kampf um die neue Kunst
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-545509
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-548057
moderner Malerei. 
Von 
wo man wirklich andächtig der Natur sich hingeben 
muß, um sie zu sehen, wo man nicht von ihr gepackt 
wird, sondern wo man Ae suchen muß. Je weniger 
verführerisch, je häßlicher der Gegenstand, um so größer 
der Triumph des Auges, diesem Gegenstand seine künst: 
lerische Seite abzugewinnen. Das ist der Grund, warum 
man auf der Ausstellung so häufig Kartoffel: oder Kohl: 
feldern, Wiesen, trübseligen Sumpflandschaften mitWeiden: 
fcümpfen, Dorfstraßen mit und ohne Regen, dann wieder 
dem grelIen, schmerzhaften Sonnenlicht auf weißen 
Mauern, auf dem Meeresstrand oder auf gleichgültigen 
Menschen begegnet: es. handelt sich für den Maler 
darum, das Auge auch für das Schwierige und Undanks 
bare zu schärfen. 
Mit dem Figürlichen hat es selbstverständlich die 
nämliche Bewandtnis. Ich kann mich einer Atelierszene 
erinnern, die für den Lauf der Dinge bezeichnend ist. 
Auf der Staffelei stand der Entwurf eines Historiens 
bildes, Heinrich IV. auf dem Wege nach Canossa in 
einer Sennhütte der Alpen einkehrend. Nach längerem 
Hin: und Herreden sagte einer der Anwesenden: Warum 
läßt Du Deinen Heinrich IV. mit seinem ganzen historischer: 
Plunder nicht fort und malsi einfach eine Sennhütte im 
Gebirge mit den BauernP .  . So tYpisch dieser Vor: 
gang gewesen sein mag, auch darüber End wir jetzt 
hinaus; auch die Bauernmalerei ist im Schwinden. Von 
Jmmermanns Oberhof über Berthold Auerbach zum 
Münchener Theater am Gärtnerplatz mit seinen obers 
baierischen Volksstücken war das kulturhistorische 
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