Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-537681
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ungeheuerer Erfolg für michs wie war auf einmal eine 
Sorge gehobens Nöthige Kleidungssttlcke wurden an: 
geschafft und der Arbeitseiser, Lust und Muth waren 
womöglich noch mehr gewachsen. Komisch ist mir die 
Erinnerung, mit welchem Stolz und Hochgenuß ich das 
erste mal in meinem Leben meinen Namen im Kataloge 
der Ausstellung und ebenso in den Zeitungen die Be: 
kanntmachung der Prämien, darunter also auch meinen 
Namen, gedruckt las. 
Die Besuche während der Ferien bei den Aeltern 
waren von dem Gefühle behaglichen Glücks begleitet, 
der Aufenthalt dort grenzte für mich an Wohlleben, 
wenn ich ihn mit meiner ärmlichen Existenz in Dresden 
verglich; wars ja doch auch natürlich, das; die Mutter, 
soviel sie konnte und die Verhältnisse erlaubten, mir 
etwas mehr zugute zu thun suchte, als es die Regel 
mit sich brachte. Daß ich eine solche Auszeichnung im 
ersten Jahre meiner Studien erhalten, hatte nicht nur 
meine guten Aeltern beglückt, sondern auch den Freunden 
und Nachbarn imponirt. Ich schenkte meine Ausstellungs: 
zeichnung dem Gerichtsherrn und Gutsbesitzer Rittmeister 
von Posern, der schon immer gegen mich, den Schul: 
knaben, Wohlwollen gezeigt; wenn er mir begegnet war, 
hatte er mir wol ein kleines Geldgeschenk gegeben, und 
als er mich bei einem Besuche in Dresden zu sich 
kommen ließ, empfing er mich gar freundlich und gab 
mir beim Abschied einen Dukaten. 
Ich war hoch erfreut, einen solchen unerwarteten Zu: 
schuf; zu erhalten, denn jene 25 Thaler waren für vieler: 
lei Bedürfnisse verausgabt worden. Da kam mir der 
Gedanke an, ob ich mir nicht auch einmal den Genuß 
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