Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-537474
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Groschen, und von den Pfarrfrauen auf dem Lande 
ein fettgestrichenes Butterbrot und ein Glas Bier erhielt. 
Ich mußte wol auch etwas tragen helfen, und einstmals 
hatte mir eine Frau Pastorin, die ich nach deren Dorf 
begleiten mußte, einen Tragkorb aufgepackt, daß ich mit 
Thränen im Auge und mit einer Scham durch die Gassen 
ging, wie sie ein nicht ganz verdorbenerHVerbrecher 
fühlen mag. Ich bedeckte mein Gesicht mit der Hand 
und senkte die Augen zur Erde, denn einen Tragkorb 
auf dem Rücken erachtete ich als eine Schmach, die mir 
den Spott meiner Spielkameraden zuziehen konnte. 
Einst äußerte zu mir der Sohn des Diakonus:  
wir gehen morgen nach Bischheim zu PachtersH  wo: 
hin eine Anzahl Honoratioren eingeladen waren  ,,und 
du sollst auch mitgehen.H Ich war sehr glückselig über 
diese Neuigkeit, zog mich des andern Tages an so gut 
wie ichs hatte, und erwartete des Abgangs, da ichsmich 
nun auch eingeladen glaubte. Da wurden mir Mäntel 
und Taschen zum Tragen übergeben. Ich hatte keine 
Ahnung, daß dies der Zweck meines Mitgehens war, 
ich glaubte, daß ich mit zur Gesellschaft gehörte, wie 
die andern, und trug fröhlich meine Last. Angekommen, 
traten die Gäste in das geschmückte Zimmer ein, wo 
auf weißgedeckten ,Tischen Kaffeetassen und hohe Thurme 
von Kuchen mich freundlich durch die geöffnete Thür 
anblickten. Ich war ganz Erwartung und wußte nicht, 
was ich denken sollte, als es hieß:  Bleib du draußen 
und warte ein wenig.U Bald erhielt ich den Auftrag, 
in ein dreiviertel Stunde entferntes Dorf zu gehen und 
den dortigen Gutsbesitzer aufzufordern, baldigst einzus 
treffen. Ich eilte davon und war in einer Stunde zurück;
        

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