Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-540862
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liche Gestalten in ihren ganz besondern Lebensbeziehungen 
auffaßte und nicht etwa in ihrer Bewegung oder Haltung 
über die Ruhe der bloßen Schilderung hinausging, 
also die in Luther gipfelnde geistige Handlung nicht ab: 
gefchwächt und zerbröckelt hat. Daher stellte er auch 
Melanchthon, obgleich dessen zarte und gleichsam durch: 
sichtige Natur so sehr dazu verlockte, nicht als den innig 
Bekennenden, etwa die feine Hand betheuernd auf der 
Brust haltend, sondern als den gelehrten, die Dogmen 
der Reformation wissenschaftlich begründenden Denker hin, 
kurz in der Eigenschaft, in welcher seine Hauptbedeutung 
für die Sache der Reformation ruht. 
Die Vorderseite zwischen den Statuen Friedrichs 
des Weisen und Philipp7s des Großmüthigen ist offen, 
an den drei andern Seiten dagegen sind die vier Monu: 
mente durch eine 5sss6 Fuß hohe Zinnenmauer ver: 
bunden, welche an ihrer Jnnenseite mit den Wappen 
derjenigen Städte geschmückt ist, die sich besonders als 
Hort des Protestantismus ausgezeichnet haben. Jn der 
Mitte jeder der drei Zinnenmauern erhebt sich, die Ein: 
förmigkeit schön unterbrechend, aus etwa 7 Fuß hohem 
Postament eine siHende mauergekrönte weibliche Gestalt 
im Verhältniß von 6 Fuß Rheinisch. Es sind dies Städte: 
personificationen, und zwar links das protestirende Speier, 
rechts das bekennende Augsburg mit der Friedens: 
palme, und auf der Mitte der hintern Umfassungsmauer 
das trauernde Magdeburg mit zerbrochenem Schwerte, 
in stummem Schmerz das vom Gewande verhüllte Antlitz 
auf die Brust niedergesenkt, den Beschauer daran mah: 
nend, daß dem hohen Geisteswerke, welches in so triumphi: 
Ernst Rietsche1. 24
        

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