Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-540723
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gedachte. Das Comite beauftragte ihn, beide Projecte 
zu modelliren, und behielt sich vor, nach Maßgabe der 
vorhandenen und der zu erwartenden Mittel für die 
Ausführung des einen oder des andern zu entscheiden. 
Jetzt galt es vor allem die Frage, wie soll Luther 
dargestellt werden, und welche Persönlichkeiten sollen sonst 
noch an dem Monument Platz. finden2 
Anfänglich waren als die vier Vorreformatoren Petrus 
Waldus, Wiclef, Haß und  Reuchlin bezeichnet, welche 
sitzend am Postament dargestellt werden, während von 
den Zeitgenossen Luther7s Friedrich der Weise, Philipp 
von Hessen, Melanchthon nnd  Ulrich von Hutten 
Standbilder erhalten sollten. Ulrich von Hutten, dessen 
Bild in der Geschichte noch schwankend dasteht, der den 
einen ein bloßer Abenteuerer, ein politisch ehrgeiziger 
Parteigänger, den andern ein freier deutscher Geistes: 
held ist, erregte, wie vorauszusehen war, Widerspruch. 
Rietschel selbst hatte für diese Gestalt keine Sympathie, 
auch sprachen sich bedeutende Autoritäten, z. V. Bunsen, 
gegen die Aufnahme Hutten7s aus. Auch ein mehr 
äufzerlicher Grund erleichterte das Fallenlassen Hutten7s 
nämlich der, daß Melanchthon unter den drei ritterlichen 
Erscheinungen einen fremdartigen Charakter ohne ein 
passendes Gegenbild behalten dürfte. So blieb denn der 
deutsche Ritter weg. Es ist immerhin zu bedauern, daß 
Hutten7s Standbild verworfen wurde. War er auch den 
Leitern der Neformation zum Theil keine angenehme 
Persönlichkeit, so vertritt er doch die politische Seite 
derselben in Deutschland in vorderster Reihe. Der deutsche 
Ritter hätte in der zürnenden Stellung, die eine edle 
Seele der Gemeinheit gegenüber einnimmt, unter den 
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