Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-537368
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ging für Brot, Butter, Oel, Holz auf. Letzteres holte 
die Mutter oft korbweise bei einem Händler, doch des 
Abends, damit niemand sehen sollte, das; wir es auf 
diese Weise kauften. Im Sommer gingen wir wol mit 
der Mutter oft in den Wald, um Reisig zu sammeln. 
Dies wurde damals in Pulsnitz Geht vielleicht auch nicht 
mehrI durchaus nicht als ein Zeichen des Proletariats 
und der Herabgekommenheit angesehen, man fand es 
natürlich, daß Leute, welche sichs einzutheilen hatten, 
aus diese Weise die Anschaffung ihrer Bedürfnisse er: 
leichterten, man fand es recht, daß man da nichtsikaufte, 
wo man mit Arbeit und Mühe dazu gelangen konnte  
allein bei alledem suchte es jeder möglich zu machen, 
sich für den strengem Winter das Holz klasterweise 
anfahren zu lassen. Es korbweise bei einem Händler 
holen, das war wirkliche Armuth. Wer es that, war 
also unfreiwillig dazu genöthigt, denn das Holz kam 
dadurch viel theuerer. Daher, wenn meine Aeltern auf 
diese Weise einzelne Korbe voll kaufen mußten, so wurde 
es des Abends geholt, damit es niemand sehen.svIIte. 
Wir gingen auch Aehren lesen, die dann gedroschen 
wurden und den Aeltern mehrere Meigen Korn ein: 
brachten. Der Gaumen wurde nicht verwöhnt, Karg 
Toffeln und Wassersuppen in dieser und jener FDVM 
war der durchschnittliche Mittags: und Abendtisch und 
Sonntags ein bis anderthalb Pfund Fleisch mit GemüfE 
für die ganze Familie. An den drei Hauptfesten wurde 
ein Braten ermöglicht, doch nicht immer. Das Häuschen 
meines Vaters war baufällig, vielleicht, wenn es 
hätte verkauft werden sollen, 500 Thaler werth, die 
aber auch als zwei Hypotheken auf demselben hafteten. 
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