Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-539940
All 
Unterm 11. Mai 1852 ließ Dr. Ernst Förster, welcher 
dem ganzen Unternehmen sehr nahe stand, im Aufträge 
des Erbgroßherzogs an Rietschel die Frage ergehen, ob 
er die Herstellung des Modells zum ehernen Ehrendenk: 
mal Schiller9s und Goethe7s übernehmen wolle. ,,Das 
Herrlichste, was Deutschlands NeuzeitU  ruft er ausss 
,,der Geschichte dargebracht, ist die Erscheinung Goethes 
und Schillerls. Mit dem Rufe, dies Herrlichste zu ver: 
herrlichen, begrüße ich Dich im Vaterlande.U 
Fürwahr, es war dies für den Künstler ein schöner 
Willkommen2 Dennoch sprach sich Rietschel über die An: 
nahme noch nicht aus. Ihm ging die treue Bewahrung 
freundschastlidher Rücksichten über alles, und er wollte 
zunächst von Rauch selbst die Gründe hören, welche 
diesen bewogen hätten, auf das ganze Unternehmen zu 
verzichten. Erst in Weimar, und nachdem ihn vor allen 
Hofrath Schöll, ein treuer Freund Rauchls, über das 
Verhältniß desselben zur Sache aufgeklärt, endlich leHterer 
selbst ihm dringend die Annahme empfohlen hatte, faßte 
er den Entschluß, das ihm angetragene Werk zu über: 
nehmen. 
In Weimar hatte er auch die Rauchsche Skizze ge: 
sehen, welche sich jetzt im Schillerhause daselbst befindet. 
Dieselbe stellt Goethe und Schiller nebeneinander in 
Tunica, Griechenmantel und Sandalen dar. Goethe 
hebt den Lorberkranz hinter Schiller7s Schulter empor, 
als ob er diesen damit bekrönen wollte, ihn jedoch so 
haltend, daß er zwischen beiden Häuptern sichtbar wird. 
Dieser Gedanke ist glücklich und plastisch klar. Weniges: 
bedeutend und deutlich ist die Bewegung der andern 
Hand Goethes, welche er Schiller reicht.
        

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