Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-539530
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der in ihremSchose .ruhende Leichnam mit seiner Linien: 
bewegung untergeordnet und nur dazu verwendet er: 
scheint, die Gestalt der lMaria selbst zu heben, hat 
Rietschel sehr7wohl gefühlt, daß die Bedeutung des 
Heilands .nurzdTadurch hervortreten könne, daß er von 
der Mutter getrennt, als. ein svonsihr verehrtersund Ibe.: 
trauerter.heiliger Leichnam dargestellt werde:.: Auch. andere 
deutsche Künstler haben annähernd. dasselbe Bedürfnis; 
empfunden. s Schon in seinem. ältern Werke in der Kirche 
zu Heilbronn, neuerlich in seiner Composition Führich7s, 
ist die Trennung des Leichnams von der Gestalt M,aria7s 
ausgesprochen, ohne abersso entschieden und.be.wußt und 
mit, solch innerlichersGewal,tszur Anschauung gebracht 
zu sein. Aufs ein anderes Motiv, welches den Künstler 
zu. der von ihm gewählten Anordnung der Gruppe ver: 
anlaßt hat, weist Ernst Förfter in seiner ,,Geschichte der 
deutschen Kunst,U,s V; 44s1s, ;hin, wenn er sagt: ,,Jn 
der Regel sieht man diesGruppe.soeangeordnet, daß 
die Mutter den..todten Körper ganz.oder zur Hälfte im 
Schose hat, wobei .die Rücksichten aufsLinien und Maße 
überwiegend maßgebend waren und sind. Daß mit dieser 
Anordnung dass natürliche Gefühl verletzt werde, 
scheinen wenige Künstler in Betracht gezogen zu haben. 
Bei Rietschel .überwog die Achtung vor diesem natürlichen 
Gefühl die Rücksicht aus Linien und Maße: er legte 
denn heiligen Leichnamsans den Boden und ließ Maria 
neben ihm .niederknien. Ganz versunken in den Anblick 
descvons seligem Frieden, übergossenen Angesichts des 
Todten löst.sie sich in Einem großen Schmerz auf, aber 
ohne Jammer und Leidenschaft; iiWol läßt sie die ge: 
faltenensHände sinken, aber doch betet ihre Seele fort.
        

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