Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-539521
ZiJ0 
anlegen mag lich bin schon einundvierzig Jahre gewesenJ, 
der zwar von seiner Arbeit leben soll, dem aber seine 
Ehre mehr werth ist als Geldverdienen.U Die Frage 
wegen des Kostenanschlags erledigte sich aber unmittelbar 
darauf insofern von selbst, als der Auftraggeber, durch 
persönliche Verhältnisse gezwungen, von der ganzen Be: 
stellung zurücktrat. Doch war der Gegenstand einmal 
angeregt und der Künstler so davon erfüllt, daß er das 
Werk nun auch ohne Bestellung auszuführen beschloßss 
für den nicht bemittelten Bildhauer ein seiner Kunst 
gebrachtes Opfer, da die Auslagen bei einer der: 
artigen Arbeit sehr bedeutend zu sein pflegen. Erst 
im Jahre 1850 wurde dem Künstler die hohe Freude 
zu Theil, die Pietä für den knnstliebenden König Friedrich 
Wilhelm IV. in Marmor ausführen zu können. Sie 
bildet.je1zt den schönsten Schmuck der Friedenskirche zu 
Potsdami, der letzten Ruhestätte des frommen Königs. 
In des Künstlers Nachlaß befinden sich mehrere 
Skizzenmodelle zu der Pietä. Ihre Zeitfolge ist daraus 
erkenntlich, daß bei jedem folgendensdie Motive ein: 
facher werden und sich denen des ausgeführten Werkes 
nähern. Die erste Skizze mochte durch die Erinnerung 
an ein Bild Art; Scheffer7s: ,,Der todte Christus, um: 
geben von den beiden Marien und Johannes U, angeregt 
worden sein, sie lehnt sich noch völlig an die herkömm: 
lichen Darstellungen an. Jn dem Werke selbst aber 
ist der Künstler durchweg neu, die Auffassung des Gegen: 
standes eine aus protestantischem Bewußtsein hervorge: 
gangene. Während nämlich die Pietä:Gruppen früherer, 
insbesondere der italienischen Bildhauer lediglich eine 
Verherrlichung der Maria, der Mutter Gottes, sind,
        

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