Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ernst Rietschel
Person:
Oppermann, Andreas
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536894
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-538116
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Zerstreuung zu finden suchend. Ich sah von weitem 
Rauch nach der Akademie gehen, das Herz schlug mir 
hoch; in einer halben Stunde vielleicht hatte er über mich 
zu entscheiden. Ich ging ihm weit aus dem Wege und 
erst nach Stunden kam ich in meine Wohnung zurück. 
Da sah ich meinen Freund Thäter in seinen sonntäglichen 
Kleidern. Erstaunt fragte ich, warum2 ,,Weil heute 
ein Feiertag für mich, und weil dein Ehrentag ist; du 
hast den PreislH Er hatte auf der Ausstellung an 
meinem Relief das Zeichen des Preises, einen Lorber: 
kranz, hängen sehen. Jubel, Lachen und Thränen wech: 
selten bei mir, ich umarmte Thäter und eilte nun zu 
Rauch, der mich wahrhaft väterlich mit gerührten Worten 
und feuchten Augen empfing und mir das Beste über 
meine Arbeit sagte. Mein Glück war übermäßig, mein 
Zweifeln an mir und meinen Fähigkeiten machte einem 
muthigern Glauben an meine künstlerische Bestimmung 
Platz. Nach mir hatte Matthiä, Schüler Wichmannis, den 
zweiten, für das Stipendium den ersten Preis erhalten. 
Der akademische Senat erlies; nun ein Schreiben an 
die sächsische Regierung und empfahl mich dort für ein säch: 
sisches Reisestipendium, das mir auch mit 1200 Thalern 
auf drei Jahre bewilligt wurde. 
Nicht ohne Sorge dachte ich jetzt an meine Ver: 
pflichtungen in Lauchhammer, sie schlossen natürlich eine 
weitere künstlerische Entwickelung aus. Allein der Graf 
von Einsiedel kam in seiner gemeinnützigen und edeln 
Weise allen meinen Verlegenheiten zuvor. Er schrieb 
mir von seiner Theilnahme an meinem Erfolg und wie 
er es für unrecht halten würde, mich durch meine ein:
        

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