Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Hohenzollern-Standbilder in Preußen
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536110
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-536574
erst 39 Jahre alt doch schon seit drei Jahren Feldmarsihall, 
sich mit I8,000 Preußen und Danen auf 300 Fahrzeiigen ein; 
widrige Winde verzögerten die Landung bis zum 15.; da aber 
eschah sie mit solcher Geschwindigkeit, daß in zwei Stunden die 
Zsnfanterie auf dem Ufer uiid an demselben Tage noch die ganze 
Armee im verschanzten Lager stand. Hatten die Schweden es 
versäumt, die,Aussihiffung wirksam zu verhindern, so erschienen 
sie nunmehr im Morgendunkel des nächsten Tages, geführt von 
ihrem König Karl x11., um die Gelandeten ins Meer zurücks 
zu,werfen. In einem scharfen Treffen schlug Fürst Leopold den 
wiederholten Angriff ab, und als Nachmittags König Fried: 
rich Wilhelm selbst,anlangte, war die Eroberung der Insel 
nur noch durch die Einnahme der Schanzen von Altens 
Fähre zu vervollständigen. Vor Weihnachten schon kapis 
tulirte auch Stralsund. Um der Aehnlichkeit des kriegeris 
schen Vorgangs willen befahl König Friedrich Wilhelm IV. 
iui Jahre l852 die Errichtung eines Erinnerungsmales auch 
für diese Landung, wie für die von 1678. Beim Dorfe Stres 
sow, eine halbe Stunde von Putbus, .wurde, ganz wie bei 
NeuensCamp, die Deiiksäule als Trägerin für die von Stiirs 
mer gearbeitete Statue des Königs aufgestellt. Der Meister 
hat den jugendlichen Monarchen, H Friedrich Wilhelm I. zählte 
damals erst 27 Jahre,  nicht in der lebhaften Bewegung, 
wie den Großen Kurfürstcn, dargestellt, da der König die Lan: 
dung nicht persönlich komui,andirte, sondern nur die Oberleitiing 
sich vorbehalteii hatte. Mit der Linken den Degenknopf ums 
fassend, den Feldherrnftab in der energisch ausgestreckten Rettig 
ten, steht er in eiserner Ruhe da, den errscherblick fest auf den 
Feind geheftet. Das Kostum ist ganz das historische: Reiters 
stiefel, er Küraß auf der langen Weste, die Schärpe um den 
Leib geschlungen, der Unifornisrock offen über dem Küraß, der 
kleine dreieckige Hut auf den kurzen, tunstlos gehaltenen Locken. 
König 
Friedrich 
Wilhelm 
im 
Schlosse 
Berlin. 
zu 
Monbijou 
Hier steht das bronzirte, l,ebensgroße GypsmodeU einer Stai 
tue, des Königs Friedrich W1lhelm,1., gearbeitet von dem Vers 
liner Bildhauer Bettlober,und mit der Jahreszahl 1797 bei 
zeichnet. Die KöniginsWittwe ,Elisabeth Chr1stme, Friedrichs 
des Großen Gemahlin, hatte dieselbe bestellt. In Folge des 
Ablebens dieser Fürstin CJanuar 17971 gelangte die Bildsäule 
zwar nicht zur 9,lusjuhrung in Marmor und zur öffentlichen 
Aufstellung; sie ist indessen be1nerkensnZerth als einer der friis 
hesten Versuche, n1onumentale Figuren ,1n moderner Kleidung 
darzustel1en. Bei uns war Tassaert in dieser Weise mit den 
Standbildern der Genera.le Keith und Seydlizz vorangegangen, 
Schadow mit der Stettiner B1ldsäule Friedrichs des Großen 
hatte sieh seinem Lehrmeister angeschlossen; so hat auch hier
        

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