Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Volkskunst
Person:
Mielke, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-534538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-535203
Wirkungen besonders bei den Bauern lebhaft. Es liegt in dieser zähen 
Beharrliihkeit ein deutlicher Hinweis aus die Kunftneigung des Volkes. 
Als eine besonders günstige Fügung ist es zu betrachten, daß die 
Renaissance erst dann zur Herrschaft gelangte, als die Gotik schon in 
ihrer überreichen FormenfülIe der Auslösung ihrer Kunstprinzipien entgegen 
ging. Was wäre wohl aus letzterer geworden, wenn die hereinbrechende 
Renaissancewelt sie in ihrem Entwickelu11gsprozeß aufgehalten hättei So 
aber blieb das zum Durchbruch gekommene gern1anische Kunstgesiihl 
noch nachwirkend in Kraft, als die Re11aissance längst die alte heimische 
Formenwelt durch italienische Einfliisse verdrängt hatte. Die als urdeutsch 
erhaltenen Elemente verschmolzen dabei mit den neuen Bildungen nnd 
Abbs 
Ansicht 
einer 
Stadt. 
Nach 
Dürer. 
Albrecht 
schufen so vereint eine Kunst, welche der italienischen Renaissance ferner 
stand als der heimischen Gotik. Sie ist der ersteren eigentlich nur in 
einzelnen Formen, in Blatt: und Arc1itektursymbolen verwandt; als Ganzes 
betrachtet, steht sie aber in urdeutsöhen1 Gefiige vor uns. Ob wir es 
nun mit Kirchen oder mit Bürgerhäusern und Palästen CFiirstenhaus zu 
Wismar, Schloß zu HeidelbergJ zu thun haben, i1m11er kommt in der 
Vielheit der ErsGheinungswelt, in dem Rankengeschlinge der uns bekannte 
Zug deutscher Empfindung zum Ausdruck; selbst da, wo die italienisch: 
klassische Weisheit von der Klarheit des Baugefüges die große Linien: 
sührung beherrscht, bricht doch überall in den Einzelheiten durch ein natura: 
listisches oder fabulistisshes Motiv der liebens1viirdige, anmutige Zug der 
deutschen Kunstausfassung hervor. Die Städtebilder verdanken dieser
        

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