Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerschule von Nürnberg im XIV. und XV. Jahrhundert
Person:
Thode, Henry
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-519104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-522777
IV. Die 
Gemälde 
Rathhause 
GoSIar. 
255 
CBei Schedel lf0l. XClII. vers0J und in Goslar: nasoetur Christus in 
Bet1ehem et annunciabitur in Nazareth regente tau1s0 paciiic0 fundat0re 
quietis. O felix illa mater cujus ube1sa illum laetabunt.J 
Auß rat dieser SibylIen hat diser Augustus Christum in der schoß der 
Jungfrawen im Himel erscheinende, angebett. 
Von 
der 
ExIlUXen 
Hibglla. 
Sibylla Erithrca, die edelst under allen Sibyllen. Also vonn der Jnsnlen, 
.darinnenn ihr Gedicht fnnden wordenn sein, genant. Sie 1vürdt auch Ero: 
phila geheyßen, aus Babilonia entspros3en, mitt einem Nonnenkleyde angethon, 
unnd hat einenn sch1oartzen weyler auf ihrem haupt, nit fast alt und etlicher 
maßen under ihrem angesicht betrübt. Sie hatt ein bloß schwerdt in ihrer 
handt. Und under ihren süßen hat sie einen güldinen ringk, geziert mit sternen, 
als der Hi1nel. 
Apollodorns Erithreus sagt sie sei ein CseinJ Burgerinn gewesenn, und hab 
den Griechen geweissagt und verkündt, das die Stadt Troja solte vertilget 
werden, unnd das der Poet Homerus vil meern nnd lügen schreiben werde. 
Sie hat auch vonn Christo unserem Herren, und der Jnngfrawen Maria also 
geweissagt. 
Jn dem letzsten alter würdt Gott genidert und gedemütiget, und der Glitt: 
liche Suon würdt mensch nnnd die Gottheyt würd vereynigt mit der Mensch: 
heyt. Unnd das lemlin würdt ligenn inn dem hem, nund wiirdt generet, ge: 
fiirt unnd gezogen durch dienstbarkeyt nnd ampt eines töchterlins u. s. w. 
LVei Schedel lf0I. LVI, verSOJ und in Goslar: in ultima etrrte l1umi1is 
abitur deus: humanabitur pro1es divina unietu1s humanitati divinitas. 
jacebit in fen0 agnus et pue1lari ofjici0 educabitu1s.J 
Bonn diser siirnemsten unnd edelstenn SibylIa Erithrea, hat sanct Augustinns 
in seinem achtzehenden Bnoch von der stat Gottes, am XXIlI Capittel, ge: 
schriben wie Flactianus ein Römischer Rather, ein beredter gelerter man, als 
sie mitt einander vonn Christo redten, im ein griechisch buoch fürglegt hette, darinn 
von diser Sibyllen Erithrea vil, wie sie von Christo geweissagt hette, geschriben 
stünde, und ihm darinnen siben und zwentzig Vers; angezeygt, Griechisch ge: 
schriben, und zeyten an dise meinung. Jesus Christus ein suon Gottes nnd 
seligmacher u. s. w. 
Davon du daselbst weitleusfiger von dieser unndi anderen Sibyllen ge: 
schrieben findest, das die mnb ihrer fürtreflichenn Jnngsrawschafft und keusch: 
eyt wegen, von ingebnng des heyligenn geystes, alles von Gott und seiner 
Menschwerdnng geweissagt haben, und deßhalb auch zno der stat Gottes ge: 
hörenn, darzuo wir ewig zu wonen begeren.
        

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