Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerschule von Nürnberg im XIV. und XV. Jahrhundert
Person:
Thode, Henry
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-519104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-522374
1. Der Meister des HeilSbronner Bochaltare5. 217 
geschrittene Stilperiode des Meisters, der hier mit seinem größten Zeitgenossen 
zu rivalisiren wagt. Jnteressanter Weise ist der Altar datirt: 1513, wäre 
also früher als der zuvor erwähnte entstanden. Gestiftet wurde er vom Abt 
Sebald Bamberger  
Aus derselben Werkstatt kommen schließlich wohl auch die beiden Tafeln mit 
der Beweinung Christi und dersKreuzigung, die je3t im rechten Seitenfchiffe 
aufgehangen sind. Dieselben, nach Muck CI, S. 225I Ueberreste des Bernhard: 
altares und im Austrage des gleichen Abtes angefertigt, haben sehr durch 
Uebermalung gelitten, doch erkennt man noch so viel, daß sie ganz im Stile 
des Hauptaltares gehalten sind. 
Zwei in der kleinen Gemäldesammlung der Pfarrkirche zu Schwabach 
aufgehängte Altarflügel: Johannes d en Täufer und Antonius darstellend, 
sind als wenigstens den Werken des Meisters nahe Verwandte Stücke zu nennen. 
Welchen Namen dieser Künstler getragen haben magP Den Vermuthungen 
ist hier ein gewisser Anhaltspunkt geboten. Befragen wir die bei Muck CI, S. 191 ff., 
S. 247J gegebenen urkundlichen Notizen, welche in Heilsbronn beschäftigte Maler 
namhaft machen, so finden wir deren vier erwähnt: im Jahre 1491 einen 
Erhard und einen Johann Wagner, in den folgenden Jahren einen 
Johannes von Speyer, auch Hans Speyer oder Hans Speyrer genannt, 
endlich 1524 einen Jakob Elmstetter, der von dem Abte Wenk ,,zur Noth: 
durft angenommen wurden. 
Von einem Einzigen aber nur, Hans von Speyer, erfahren wir 
Näheres. Jhm ward in den Jahren 1488 bis 1495 der Auftrag zu Theil, 
den neu errichteten Anbau an der neuen Abtei mit Wandge1nälden, die offenbar 
die Legende des hl. Bernhard darstellten, sowie mit Schnitzwerk zu schmücken. 
Er erhielt: ,,216 talenta pro pictura S. Bernhardi; 3 A. p1s0Xymagi11ibus 
vitae S. Bernhardi; 6 H. pro imagi11o bauten: virginis et clipco f0ntis 
salutis in fenestris cape1laett. Wetter fertigte er gleichfalls im Auftrags des 
Abtes Haunolt für die NikolaikapelIe eine, den hl. Nikolaus darstellende Tafel; 
endlich wird als von ihm ausgeführt das Votivbild des Abtes v. J. 1494 
erwähnt, das, wie früher bemerkt wurde, irrthii1nlicher Weise von Mark mit 
der Madonua Pfenning7s identifizirt wird, offenbar aber nicht mehr erhalten 
ist. Muck vermuthet, daß er auch jene alte Madonua von 1365 restaurirt habe. 
Den Aufträgen nach zu schließen, war demnach dieser Hans von Speyer 
ein vielseitiger und tiichtiger Künstler, Wand1naler, Tafelmaler und Vildschnißer 
in einer Person. Muck behauptet, daß er auch unter den folgenden Aebten 
beschäftigt worden sei; bestätigte sich dies, so dürften wir in ihm vielleicht den 
Meister des Hochaltares zu sehen haben. Wie oben IS. 103J bemerkt wurde, 
ist es nun aber weiter sehr.wahrfcheinlich, daß dieser Hans kein Anderer als 
Hans Trautt ist, der als Wandmaler besonderen Ruf genoß, und so hätten
        

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