Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerschule von Nürnberg im XIV. und XV. Jahrhundert
Person:
Thode, Henry
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-519104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-521950
PleYdenwurff. 179 
Wilhelm 
es scheint, vorzugsweise in die siebziger und achtzigersJahre des fünfzehnten 
Jahrhunderts. Das früheste erhaltene Datum ist 1475, das späteste 1487. 
Sicher geht man nicht fehl, wenn man ihn für einen jüngeren Zeitgenossen 
Wolgemut7s ansieht. Auch ohne sich auf die Vern1uthung zu stützen, daß das 
Dessauer Portrait ihn selbst darstellt, dürfte man annehmen, daß er etwa in 
den ersten fünfziger Jahren geboren sei, und daß ihm vermuthlich kein langes 
Leben beschieden war, da nur verhältnißmäßig wenig Bilder von ihm erhalten 
find und diese in einem kurzen Zeitraum entstanden zu sein scheinen. Hierin 
ist uns vielleicht ein Anhaltspunkt für die Frage, wer denn dieser Phantasie: 
volle Meister gewesen ist, geboten. 
Drei bedeutendere Männer sind, wie wir aus den urkundlichen Mittheiluugen 
zu schließen berechtigt waren, neben Wolgemut die Hanptvertreter der Kunst 
der Malerei in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts in Nürnberg gewesen: 
Hans Beuerleiu, Hans Trautt und Wilhelm Pleydenwurff. Der älteste unter 
ihnen ist Beuerlein gewesen. Da er schon 1v46l als Meister angeführt wird, 
darf man annehmen, daß seine Kunst etwa auf der Stufe derjenigen des Hans 
Pleydenwnrff und der frühen Manier Wolge1nut7s gestanden hat. So dürfte 
er schwerlich mit dem, einen entschieden vorgerückteren Stil zeigenden Meister 
des Peringsdörffer Altares identifizirt werden. Auch scheint er, wie erwähnt, 
vorzugsweise Freskomaler gewesen zu sein. Das Einzige, was bei Entscheidung 
unserer Frage zu seinen Gunsten angeführt werden könnte, ist die Thatsache, 
daß Beuerlein zwischen 1485 und 1488 in eben jener Augustinerkirche, für 
welche 1487 der Peringsdörffer7sche Altar angefertigt wurde, Wandmalereien 
ausgeführt hat. Doch liegt in derselben nichts Entscheidendes, ist doch auch 
der zweite der obengenannten Maler, Hans Trantt, bei der künstlerischen Aus: 
schmückung jener S. Veitskirche thätig gewesen: nach Nendörffer hat er den 
Krenzgang ausgemalt. 
Viel eher als Veuerlein kann demnach Hans T rautt in Betracht konunen. 
Die Lebensdaten desselben würden einigermaßen stimmen. Er wird zuerst 1477 
in den Bürgerverzeichnissen erwähnt. Obgleich er noch 1505 gelebt hat, scheint 
er in Folge von Erblinduug schon früher Cnach v. Murr 1488J seine Thätigkeit 
aufgegeben zu haben. Dieselbe würde also hauptsächlich in die siebziger und 
achtziger Jahre fallen. Die Annahme, unser Meister, sei mit Hans Trautt eine 
und dieselbe Person, hätte also einige Wahrscheinlichkeit für sich. Ja, es 
könnte weiter für dieselbe angeführt werden, daß jene beglaubigte, den hl. Sei 
bastian darstellende Zeichnung von Trautt in Erlangen eine offenbare 
Verwandtschaft mit den Bildern des Peringsdörffer Altares, speziell jener Dar: 
ftellung des Sebastian zeige. In der That ist hieraus wiederholt aufmerksam 
gemacht worden. Daß ein direkter Zusammenhang zwischen der Zeichnung nnd 
dem Gemälde existirt, ist nicht zu bezweifeln. Jst auch die Stellung des Heiligen 
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