Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerschule von Nürnberg im XIV. und XV. Jahrhundert
Person:
Thode, Henry
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-519104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-521941
178 
der zweiten 
Die Malerei in 
Hälfte 
X5s Jahrhunderts. 
imperialis aule c0mes p1sep0situs ecclesje sti. Grumperti 0noldSpacensis 
Z. plebanuS hujus Ecclesie sti. Laurencii ob. MOOCCLXXVI.a 
Noch ein anderes Fenster in derselben Kirche, das berühmte Volkamer7sche 
Cdas vierte rechts im ChorJ, steht dem Stil der Malereien nach dem Künstler 
nahe, ohne daß ich doch mit gleicher Bestimmtheit, wie für das Knorr7sche, 
seine Autorschaft behaupten möchte. Mit Recht wird es der wunderbaren Pracht 
der Farben wegen zu dem Schönsten gerechnet, was die deutsche Glasmalerei 
im 15. Jahrhundert hervorgebracht hat. ,,Es ist,H so sagt Hilpert, ,,von 
Peter Volkamer gestiftet, der mit zwei Söhnen, seiner Gemahlin und der Ge: 
mahlin des einen Sohnes, Namens Nikolaus, sowie dessen zwei Töchtern unten 
vorgestellt ist und 1498 starb. Jn Beziehung auf die Glieder dieser Familie 
sieht man in anderen Feldern den hl. Nikolaus, den hl. Sebald, die hl. Bari 
bara und die hl. Apollonia, dann den hl. Ritter Georg, wie er den Lindwurm 
erlegt, und den hl. Sebastian, wie er erschaffen wird. Weiter nach oben liegt 
der Patriarch Jakob in prächtiger Kleidung, aus dessen Leibe ein Baum ent: 
springt, auf dem Könige und zwar die Stammväter der Mutter Gottes si3en, 
darüber die hl. Katharina und Maria mit dem Kinde, daneben der hl. Johannes 
und die hl. Ursula, auf der andern Seite der hl. Andreas nnd die hl. Dorn: 
thea. Weiter oben ist ein Ecce homo und eine Mater dolorosa, darüber 
Zierrathen im altdeutschen Stil, zu oberst der Allerhöchste und der hl. Geist 
zwischen Engeln.H Nach Hilpert muß es schon um7s Jahr 1480 gemalt sein. 
1730 wurde es renovirt, 1818 wieder gereinigt, 1850 in zwei lithographischen 
Blättern von G. Eberlein publizirt. 
Wenn ich endlich noch die kleine, durch trüben Firniß sehr beeinträchtigte 
Tafel mit der Darstellung der Verklärung Christi im Chore von S. Lorenz 
links erwähne, so geschieht das nicht, weil ich sie als ein sicheres Werk des 
Meisters betrachtete, sondern nur weil sie entschiedene Verwandtschaft mit dessen 
Bildern zeigt. Bloß eine nähere Prüfung, die mir nicht vergönnt war, würde 
ein bestimmteres Urtheil erlauben. Nach Hilpert wäre sie zum Gedächtniß des 
M. Leonhard Mayer von Vilseck, der 1500 starb, gestiftet. Jst der Stifter 
richtig angegeben,  er ist in der Tracht eines Kanonikus dargestellt,  so 
muß das Bild noch zu seinen Lebzeiten entstanden sein, da es jedenfalls früher 
als 1500 anzusetzen ist. Aus einem Hügel, zu dessen Fuß die drei Jiinger, er: 
regt nach oben schauend, knieen, steht in weißem Gewande, von weißen Wolken 
umgeben, der Erlöser. Jhm zur Seite erscheinen die Brustbilder von Moses 
und Elias. 
Jst demnach die Liste der dem Meister des Peringsdörffer Altares zuzu: 
schreibenden Werke auch eine sehr kurze, so genügen dieselben doch, das früher 
gewonnene Urtheil über den Künstler zu bestärken. Seine Thätigkeit fällt, wie
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.