Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerschule von Nürnberg im XIV. und XV. Jahrhundert
Person:
Thode, Henry
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-519104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-520893
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zu bezahlen, auf sein gut Vertrauen, da er denn nicht länger entrathen wolle, 
mit Zeugnis; von Wolf Pömer und Wolf LöffelholzH. Vielleicht ist der 1494 
in Heilsbronn beschäftigte Hans von Speyer, den Muck erwähnt, kein Anderer 
als Hans Trautt. Das einzige erhaltene beglaubigte Werk des Hans Trautt ist 
eine mehrfach besprochene Zeichnung in der Universitätsbibliothek zu Er: 
langen, welche einen großen Sebastian darstellt. Sie befand sich im BesiZe 
Dürer7s, der darauf schrieb: ,,Dz hatt Hans Trawt zu Nornmerckkg gemachtH. 
Der Sohn des Hans Trautt war der von Neudörffer gepriesene Wolf, von 
dessen Kunst wir seit Kurzem aus einem großen, im Münchener Nationali 
museum aufbewahrten Altarwerk uns eine deutliche Anschauung machen können, 
ein Meister, der, einer neuen Zeit angehörig und offenbar stark von Hans von 
Kulmbach beeinflußt, nicht mehr in den Rahmen unserer Betrachtung gehört. 
Auf einen sehr kleinen Zeitraum beschränkt sich, was wir von der Thätig: 
keit des Wilhelm P ley d enwurff, des Sohnes von Hans Pleydenwurff, er: 
fahren: nämlich auf die Jahre 1490 bis 1494. Freilich, wäre Vischer7sVermuthung, 
ein in den Urkundens genannter ,,Wilhelmt JlltiminirerU sei identisch mit ihm, 
zutresfend, so hätten wir eine Notiz schon aus dem Jahre 1486, in welcher dieser 
Wilhelm auf der Lorenzer Seite angeführt wird. Doch ist dies eben Nichts als 
eine Vermuthung. Zwei Thatsachen, die Bezug haben auf seine Kunst, sind 
bekannt. Beide weisen auf die nahe Beziehung hin, in der er zu Michel Wol3 
ge1nut gestanden ist. Die Kenntniß der einen wird durch Heinrich Deichsler7s 
Chronik LChroniken der deutschen Städte 11. Bd. S. 566J vermittelt, in der 
es unter dem Jahr 1491 heißt: 
,,Jtem des jars ward der schon prunn hie am Markt mit dem malen 
und mit dem vergulden volbracht. man gab dem Pleidenwurf mater vier: 
hundert gülden.H 
Der Auftrag war Anfangs 1490 Wolgemut ertheilt worden nach einer 
Notiz des Rathsbuches la. a. Orte S. 560, Anmerkung 2J, offenbar hat ihn 
dann dieser seinem Mitarbeiter Pleydenwurff übertragen. 
Die andere Thatsache ist die mit Wolgcmut 1494 gemeinsam ausgeführte 
Jllustrirung der Schedel7schen Weltchronik mit Holzschnitten. 
Wann Wilhelm geboren worden, wie alt er wurde, ist nicht zu sagen, 
nur das Eine, daß er 1494, vielleicht in noch jugendlichem Alter, gestorben ist. 
Seine Frau Helena war eine Tochter des Apothekers Dominikus Mttlich und 
heirathete in zweiter Ehe einen Simon Zwölfer; seine Tochter hieß Magdalena 
und war 1509 noch unverheirathet. 
Wie Hans Trautt, so wird auch der zuletzt zu erwähnende Maler, der 
Jüngste dieser ganzen Reihe, Sebald Baumhauer, uns von der ko1npetens 
testen Seite, von Albrecht Dürer selbst, empfohlen. Neudörffer nämlich, der 
Sebald noch persönlich gekannt hat, sagt, daß ,,Albrecht Dürcr ihn für einen
        

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