Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malerschule von Nürnberg im XIV. und XV. Jahrhundert
Person:
Thode, Henry
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-519104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-520776
 
geschaffen wurde, so geneigt man auch dieser Ansicht sein muß. HDargestellt 
sind auf der Mitteltafel Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes, auf 
den Flügeln innen die Heiligen Johannes der Täufer und Vincenz, außen die 
Verkündigung. Lutsch in seinen Kunstdenkmälern LS. 177J bringt die auf 
einem später hinzugefügten Lünettenbild erhaltene Angabe, daß das Werk im 
Jahre 1468 von Dr. Petrus von Wartenberg, dessen Bildnis; man auf der 
Hauptdarstellung findet, gestiftet worden sei. Es gehört zu dem Vortrefflichsten, 
was die Breslauer Schule überhaupt hervorgebracht hat, zeigt die sorgsamste 
Ausführung, große Energie in Zeichnung und Farbe und ganz ähnliche orna: 
mentale Einrahmung wie der Barbaraaltar, an dessen stilistische Besonderheiten 
namentlich die Verkündigung durchaus gemahnt. 
Hiermit nun aber ist die Zahl mir bekannt gewordener Gen1älde des 
Meisters vom Varbaraaltare erschöpft. Wollte man freilich alle jene Bilder ans 
führen, in denen sich sein Einfluß bemerkbar macht nnd die zumeist noch in den 
Kirchen von Breslau, namentlich in S. Elisabeth, sich befinden, so würde die Liste 
eine ziemlich lange werden. Es kann kein Zweifel sein, daß derKünstler eine 
durchaus beherrschende künstlerische Wirkung für Jahrzehnte in Schlesien gehabt 
hat. So machte sich hier zum ersten Male die Nürnberger Kunst geltend. Von 
einem zweiten von der letzteren ausgehenden Jmpulse wird später noch die 
Rede sein. 
Die 
Kreu:igung 
in 
der 
Jsrau2nkirrlx2 
ZU 
Miinrlxen. 
In München lernen wir den dritten tüchtigen Nachfolger Pfenning7s 
kennen, freilich nur aus einem einzigen Werke, an das wohl auch Robert Vischer 
dachte, als er ganz allgemein von Bildern im Stile des Tucher7schen Altares, 
die sich in der Frauenkirche befänden, sprach. Es ist eine figurenreiche Kreu: 
zigung Christi, die in der dritten Kapelle des rechten Seitenschiffes in dieser 
Kirche hängt. Die Komposition, der Körper Christi, die Trachten und bis zu einem 
gewissen Grade auch die Typen erinnern an den Stil des Nürnberger Meisters. 
Doch fehlt es dem Gemälde an der Kraft des Ausdruckes, an der Schärfe 
und Energie der Zeichnung, sowie an der Tiefe der Farbenstimmung, die Jenen 
auszeichnen. Alle Formen sind plumper, verschwo1n1nener, der Grundton hat 
etwas matt Bräunliches. Ofsenbar war der Künstler in Oberbayern zu Hause
        

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