Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hans Sachs und seine Zeit
Person:
Genée, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-513262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-514015
Nürnbergs 
WehThaftigkeit. 
Krieg mit Albrecht Achilles. 
21 
ohne Unterschied als ein guter Hirt wache, wie er auch nach außen hin 
durcj seine Klugheit der Stadt den Frieden erhalte. 
Schon zwei Jahre später, nachdem Rosenplüts Gedicht geschrieben 
war, hatte jedoch Nürnberg es nicht vermeiden können, auf einen schweren 
Krieg einzugehen. Dieser wurde ihm durch den benachbarten Mark: 
grasen Albrecht Cgenannt Achilless von Brandenburg:Ansbach aufgenötigt. 
Wenn auch Nürnberg schon in manchen Fehden seine Wehrhaftigkeit 
bewiesen hatte, so wurde diese doch nunmehr auf eine härtere Probe gestellt. 
Jeder ziinftige Bürger Nürnbergs hatte gleich dem Patrizier seine 
Rüstkammer im Hause, um bei jedem Angriff und Waffenruf gerüstet 
hervortreten zu können. Eben in jenem Jahre C1449I wurde der Kriegs: 
rat von Fünsen aus dem Rate der Stadt und Einem aus der Gemeinde 
gebildet. LSpäter, nach der bedeutenden Vergrößerung des Nürnberger 
Gebietes, wurden außerdem fünf Landpfleger eingeset;3t.s Die Befehls: 
haber der bewaffneten Macht, wie die Hauptleute der Bürgerschaft 
wurden vom Rate bestellt nnd meist aus diesem erwählt. In der Stadt 
selbst wachten die Viertel: und Gassenhauptleute für die Ordnung und 
Sicherheit. 
Schon 1440 hatte der Markgraf Albrecht das Fürstentum 
Onolzbach CAnsbachs erhalten. Unter einem nichtigen Vorwand begann 
er mit Nürnberg Streit, indem er willkürliche Forderungen stellte, die 
er aus dem ehemaligen Vesi1ze der Burg und aus gewissen fort: 
bestehenden Rechten ableitete. Markgraf Albrecht galt ganz allgemein 
als einer der kriegstüchtigsten deutschen Fürsten, und es war für Nürn: 
berg keine geringe Sache, mit diesem in offene Feindschaft zu geraten 
und auf eine Bekriegung der Stadt es ankommen zu lassen. Da aber 
die reichsstädtische Regierung nach wiederholten Begiitigungs: und Recht: 
sertigungsversuchen erkennen mußte, daß es zur Erhaltung seiner Frei: 
heiten nicht anders ging, so nahm es den ihm hingeworfenen Fehde: 
handschuh auf. Mehrere Fürsten: und Städtetage, welche zur Schliihtung 
des Streites angeordnet waren, blieben fruchtlos. Nürnberg erhielt 
zwar von den sehwäbischen Städten, wie auch vom Bischof von Würz: 
barg und einzelnen Fürsten Unterstützung zugesagt. Aber die in Wirklich: 
keit ihm geleistete Hilfe war nur gering. TroHdem wußte die Stadt 
sich so tapfer zu wehren, daß dieser Krieg mit dem Markgrafen ein 
volles Jahr dauerte. Nach wiederholten vergeblichen Friedensvermitte: 
lungen und nachdem von beiden Seiten nach Möglichkeit gebrannt, verwüstet 
und geplündert worden war, kam endlich im Sommer 1450 ein Abschluß
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.