Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hans Sachs und seine Zeit
Person:
Genée, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-513262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-515909
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Sdhembart. 
gehalten werden konnte. Eine der feineren Sitten am Tage war es, daß 
beim Beginn des Laufens einzelne von den vorneh1neren Bürgerssöhnen 
dem Zuge vorausritten, einen Korb mit gehöhlten Eiern mit sich führend, 
die mit Rosenwasser gefüllt waren, und mit denen man nach den aus 
den Fenstern zuschauenden Jungfrauen warf. 
Seit dem Jahre 1525, also seit vierzehn Jahren, hatte diese 
FastnachtcZlustbarkeit des Schembart nicht stattgefunden, und es war sonst 
noch niemals eine so lange Pause darin eingetreten. Die mannigfachen 
Die .,HöllH. 
Zu dem 5rkJembark vom Jahre 1539. 
.,Die Heil war ein groß Schiff, darin zwischen zweYen Teuffeln ein Pfaff mit einem prettspiel. 
Oben aaff dem Schiff war ein Sternseher, so naehmal5 auf dem Marckt geßürmt worden.7, 
Ausschweifungen in den legten Jahren, als die religiösen Parteien am 
schroffsten einander gegenüber standen, mochten wohl den fürsorglichen 
Rat bewogen haben, die Lustbarkeit für einige Zeit einzustellen, und es 
schien denn auch, als sei sie in Vergessenheit geraten. Aber in den 
Volkskreisen war endlich doch der Wunsch nach Wiederaufnahme der 
alten Sitte lebhafter geworden, so daß der Rat beschloß, im Jahre 1539 
den Schembart zu erneuern. Nach so langer Pause waren die Zurüstungen 
um so größer geworden, aber auch der dabei zu seinem Rechte kommende 
Mutwille hatte sich wieder stärker geltend gemacht. Man hatte diesmal
        

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