Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hans Sachs und seine Zeit
Person:
Genée, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-513262
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-515452
besucht 
Osiander 
Hans 
Sachs. 
165 
ersten acht Jahren seiner Ehe geschenkt worden, waren ihm zu seinem 
Leidwesen zwei in ihren ersten Lebensjahren gestorben. Solche Verluste 
nahm er mit Gottergebung hin und suchte den Trost in der Bibel, die 
er jetzt in Luthers Verdeutschung vollständig besaß. Sein Weib 
Kunigunde war es recht zufrieden, daß er seit seinen Aufsehen 1nachenden 
Dialogen mit den Händeln der Welt sich nicht weiter zu schaffen machte, 
und sie hörte ihm gern zu, wenn er ihr aus der Bibel oder aus einem 
guten Geschichtsbuch ein Kapitel vorlas. Er selber hielt auch vorläufig, 
seit der offiziellen Einführung der Resormation in Nürnberg, seine 
agitatorische Thätigkeit aus diesem 
Gebiete für abgeschlossen.  
Er war in einer Feierstunde  
gerade mit Lesen beschäftigt, als    
bei ihm in der Werkstatt sich   
ein Besuch anmeldete, der ihn  
aufs höchste überraschen mußte.   
Es war der eifrige lutherische   
Prediger Osiander von der X,  
LorenzkirThe. Osiander, welcher S   H, 
auch bei dem Eolloquium von     
1525 durch seine Beredsamkeit   73lJ3Fis, , X   
sich vor allen hervorgethan hatte,     
und dessen Ruf seitdem  trotz x  X  J  Hi; 
der mancherlei Gegner, die er    is  XX,  
durch sein persönliches Verhalten Andreas Osiander. 
Ich gemacht  sich weiter über K 
Deutschland verbreitet hatte, war unermüdlich in seinem ampfe gegen die 
päpstliche Kirche geblieben. Über seinen Charakter wurde auch in Nürnberg 
nicht günstig geurteilt. Er galt als hochmütig, als neidisch, streitsüchtig und 
rechthaberisch. Aber seine hervorragende Begabung und seine Verdienste 
um die Resormation standen doch außer Zweifel. Und Hans Sachs, 
dessen milder Sinn sich nicht gerade besonders zu ihm hingezogen 
fühlte, mußte doch in ihm einen der vornehmsten Vertreter des großen 
Reformationswerkes ehren. 
Bei Osianders Eintritt in die Werk tatt des Meisters legte dieser 
sein Buch eilig hin, um dem berühmten iVkanne seine Ehrerbietung zu 
erweisen. Hans Sachs dachte zunächst nur an sein gutes Handwerk, 
indem er erwartete, daß der berühmte Osiander sich ein paar neue
        

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