Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Literaturgeschichte
Person:
König, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-505194
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-511403
DikhkUUAs 
Geschichte der neuhoä;deutschen 
bund zum SchuZ ihrer Rechte und zur Abschüttelung des fremden Joches. Sie be: 
schließen: 
,,Tcr sei gestoßen aus dem Recht der Schweizer, 
wer von Ergebung spricht an OesterreichlU 
Doch soll  dem Kaiser bleiben was des Kaisers ist. Dem Reiche wollen sie treu bleiben. 
Sie schwören:  
,.Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern 
In keiner Noth uns trennen und Gefahr.U 
Von dem Adel steht nur der alte Feiherr von Attinghausen, ,,der Letzte 
seines Stammes,U zu dem Volke und ist hocherfreut, in seiner Sterbestunde von dem zu 
hören, was die Landleute beschlossen und geschworen haben; auch daß sein oesterreiczisch 
gesinnter Neffe, Ulrich v. Rudenz, durch seine Geliebte, Bertha v. Bruneck, für 
die Sache des Volkes gewonnen ist. 
Jnzwisthen befreit Wilhelm Tell, von ihrem Bunde unabhängig, das Land von 
dem gefährlicJsten Feinde, dem Landvogt Geßler. Geßler hatte ihn genöthigt,.von dem 
Haupte seines Knaben einen Apfel zusschießen, weil er sich geweigert, vor dem zu Altdorf 
aufgerichteten Herzogshnt sich zu verbeugen. Der Schuß war gelungen, ohne das Kind 
zu verlegen, da fragte der Landvogt den Vater nach einem zweiten Pfeile, den derselbe 
vorher in den Koller gesteckt, und Tell bekennt offen, der sei für den Landvogt bestimmt 
gewesen, wenn der Knabe getroffen wäre. Gefesselt wird nun der wackere SchüZe zu 
Schiff gebracht, um nach Küßnacht ins Gefängnis geführt zu werden. Unterwegs ges 
räth das Fshrzeug durch einen Sturm in die größte Gefahrs Tell wird losgebunden, 
um es durch die aufschäumenden Fluten zu steuern  er lenkt es nach einem Felsvors 
sprung, springt hinauf 11nd stößt es dann zurück in die Wellen. Trotzdem entgeht Geßler 
der Gefahr  er erreicht das Land; als er aber die hohle Gasse nach Küßnacht 
hinabreitet, erschiefzt ihn Tell, der ihm hinterrücks ausgelauert, mit einem Pfeile.  
Als die Eidgenossen von Tells Verhastung hören, beschließen sie, auf Rudenz7 
Trängen, nicht bis zu dem festgesetzten Tage der Abrechnung zu warten, sondern sofort 
ans Werk zu gehen, um den gesährdeten Freund und zugleich die ,,heimlich weggeraubte9 
Bertha zu retten. Sie erheben sich, zerstören die Zwingburgen, visrjagen die Vögte und 
Untcrvögte ohne Blutvergies;en. Da kommt die Nachricht, das; der Kaiser von seinem 
Neffen, Herzog Johann v. Schwaden, ermordet sei; als ein Reichsbote die Landleute 
auffordert, den Mord zu rächen, weisen sie es ab; und als der Mörder bei TelI Hilfe 
und Schuh sucht, weist er ihn entrüstet zurück und noch mehr seine Berufung auf Tells 
eigene That. Er ruft ihm zu: 
,,1lnglücklicherl 
Darfst du der Ehrfucht blutige Schuld verntengen 
Mit der gerechten Nothwehr eines VatersP 
   Nichts thcil7 ich mit dir  Gemordet 
Hast du, ich hab7 mein Theuerstes vertheidigt.U 
Doch erbarmt er sich endlich des Unglücklichen, zeigt ihm den Weg nach Italien, wo er 
dem Papst l1eichten solle, und entläßt ihn reich mit Gaben beladen. Kaum ist St fVVt, 
da erscheinen die Eidgenossen, um Tell, den ,,Erretter,tt leben zu lassen und ihm ,zu 
danken. Bertha von Brunett erscheint mitRudenz, dem sie ihre Hand reicht: 
,,Die freie Schtveizerin dem freien MannlU , 
Rudenz aber ruft:  
,,1lnd frei erklärt ich alle meine Knechte.H 
Mit Ausnahme der Liebesepisode von R u d enz und Bertha ist Schiller fast in allen 
Punkten dem Bericht des Chronisten, an den noch Johannes von Müller glaubte, oft unter 
wörtlicher BenuHungi der von ihm angeführten Reden, gefolgt. Derselbe ist allerdings vor 
dem Licht der neueren Geschichtssorfchung zu einem Mythengewebe verblaßt. Thats
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.