Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Literaturgeschichte
Person:
König, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-505194
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-506190
der althorhdeutschen 
Geschichte 
Dic;t1cng. 
600s 
s1150. 
die früher dem Frcysinger Dom gehörte nnd dort vielleicht zwischen 883sss906 geschrieben 
wurde. Jede Seite des Foliobandes hat zwei Spalten, die aus je zwei gereimten Hälften 
desselben Verses bestehen und die man nebeneinander lesen muß. Je zwei solcher Langzeilen 
bilden eine Strophe, die immer durch einen großen rothen Anfangsbnchstaben bezeichnet ist. 
Die Schrift ist durchweg sorgfältig nnd deutlich  einzelne der kleinen Buchstaben zeigen 
bereits den Uebekgang zur Curscvschrift. Unser Blatt enthält ein ganzes Capitel des 
Otfriedfehen Werkes, das legte CxXV111J des ersten Buches und mit einigen lateinischen 
llebergangszeilen den Anfang des zweiten Buches. Zum bessern Verständnis wiederholen 
wir es hier nach dem Wortlaute des Originals mit Weglassung der Accente und setzen die 
nei1hochdeutsche Ueberseynng des gelehrten Herausgebers, Johann Kette dazu. CEine ganz 
freie Uebertragung mit Weglassung aller lehrhaften Stücke gab Georg Raps: herauö.J 
spikitaIjcek Cd. h. geistige Auslegung des vorhergehenden AbschnittsJ. 
Mit allen Linsen Icreftin, BittemuS nu truhtin 
Mit aller Kraft, die in uns wohnt, .Laszt uns nun flehen zu dem Herrn, 
er unsih uns ei leide fonne then gnathen ni gislceide 
Daß er zu unserm Jammer nicht Uns scheide aus der Guten Zahl: 
The: wir san then b1iden Mit 1eic1u ni gifcheid.en 
Daß aus der Schar der Fröhlikheu Wir nimmer scheiden uns zum Leid. 
wir un5ib in then riW0n ni tnu:1zin io bifcowon 
Und uinuuer in Verzweiflungsqual Wir schauen uns in Ewigkeit. 
That Si uns thiu wintworia in themo Urteile helfe 
Daß uns die Schivinge, die er führt, Einstsgnädig sei Hei dem Gerichte, 
is un5ih mit giwe1ti ni tirwahe un: in enti 
Und nimmer sie mit Sturmgeivalt  Verwehe und vernichte uns. 
leih in sure after diu  that ni bringen io so fpriu 
Daß nimmer wir im Feuer dann Verbrennen so wie taube Spreu. 
wir mit ginadon linken.  then nsew0n bimiden 
Laßt bitten uns, daß wir entgehen Dem Unglück durch die Gnade sein, 
That hirta iine uns warten Tk1kI UUHI1 TO gihi111c11  
Daß warten seine Hirten uns Und immer uns erhalten wol 
ioh unsih ouh nirwannon tust then gutes 1cornon; 
Und niemals aus dem Gottes Korn Uns ithWkNgeI1 Wegen UUiM SkhUIV, 
Wir unsih n1nn.zin fan1anon zen gutes trat t11eganon 
Laßt bitten uns, daß wir dereinst Mit guten Werken wol geziert 
mit werchon Au ricl1e  re deine hohen himi1riche 
Gesellen uns zur heil7gen Zahl Dort oben in dem Himmelreich 
in hohe guaI1ichi  theist anur thaz hin1ilrichi 
Zu übergroßer Herrlichkeit; Das wieder ist das Himmelreich, 
bimiden these grunni thuruh theo ewigon wunni, 
Wenn wir befreit sind dieser Qual, Ersreuen ewiger Wonne uns. 
Ioh n1uar.in mit then deuten thes himilriches nioton 
und dürfen mit den Heiksgcn dann Get1ießen stets das Himmelreich 
then fpichari ian1er fassen mit sa1ic1on niazen  
Und nützen voller Seligkeit Des Speikhers stete Süßigkeit, 
Time heilega 1corahus thaz Ovid ni taten karc1ir us 
Das Kornhaus, das hochheilig ist.  O zdgen nimmer wir daraus, 
mit linken unlil1 kalte kreisen there refto 
O möchten wir des Aufenthalts Mit Seinen lange uns ersreun;
        

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