Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Literaturgeschichte
Person:
König, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-505194
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-510421
Geschichte der neuhochdeutschen Dichtung. 
aber der Cid vor der Beste Donner Urakas, der jüngeren Schwester, erscheint, erinnert diese 
ihn daran, daß er am Sterbebette ihresVaters ihrSchutz zugesagt, und er kehrt unoerrrichteter 
Sache zurück. Darüber erzürnt, verbannt ihn Don Sancho aus seinen Staaten; aber nur 
zu bald sieht er sich genöthigt, ihn zuriickzurufen, da nach des Cid6 Fortgange der Steg von 
den königlichen Fahnen gewichen ist. Ungeachtet der Warnung des Cids will der König seiner 
Schwester feste Stadt nehmen, kommt aber dabei durch die Hand eines Verräthers um.  
llI. Der Cid willigt ein, dem jüngeren Bruder, Don Alfonso, nachdem derselbe ihm ge: 
schworen, daß er keinen Theil am Morde Don Sanchos;; gehabt, zu dienen. Jedoch nicht 
lange vermag der neue Regent den Stolz seines Vasallen zu ertragen; der Cid wird vom 
Hofecverbannt, ja zuleht aller seiner Güter beraubt. Da zieht der Held mit seinen KriegB: 
mannen fort und sucht sich, fern von seines Königs Hofe, neuen Ruhm zu erwerben. 
IV. Glänzende Siege hat der Eid über die Mauren davongetragen, ihnen Zins und Pflicht 
auferlegt, in dem eroberien Valentin seine Residenz aufgeschlagen. Dorthin läßt er nun 
auch seine Gemahlin und seine beiden Töchter kommen. Zwei Grafen bewerben sich um 
deren Hand, aber handeln an ihnen auf das schamloseste, weil sie sich vom Cid beleidigt 
glauben. Die Schmach wird gesühnt, aber der greiseHeld trug fortandoch sOroarze Rüstungss 
und war stiller als vorher. So naht sein Ende heran. Dreißig Tage vor seinem Tode 
erscheint ihm der Apostel Petrus und Verkündigt ihm, daß Gott ihn nach Monatsfrist in die 
andere Welt abberufen werde: 
. Mache fertig dich zur Reise 
Und bestelle froh dein Hausl  
Der Cid folgt der Mahnung, ordnet alles Jrdische und gebietet den Seinigen, den 
Mauren, die aufs neue vor die Stadt gerückt, seinen Tod zu verheimlichen. Nach seinem 
Tode wird sein Leichnam einbalsamirt und darauf in voller Rüstung auf sein altes Schlachtroß 
Babie9a gesetzt und so aus Valencia herausZgefiihrt. Als die Mauren ihn erblicken, ergreift 
sie ein panischcr Schrecken, und sie fliehen. Solchergestalt siegt der cEid auch nach seinem 
Tode. Der König und alle Großen des Reiches kommen dem Zuge entgegen;  als der 
König den Todten sah,  
Wundert er.ßch seiner Schönheit, 
Ordnete, daß  statt im Grabe, 
Er auf einem prächtsgen Stuhle 
Süße, neben dem Altar. 
Jn der TO. Romanze wird erzählt, wie Eids Urenkel nach einem Siege über AlfonS 
von Eastilien in das Kloster gekommen, welches die Überreste seines großen Ahns barg, 
und wie er um desselben willen die Beute, die er in Castilien gemacht, dem Kloster als 
fromme Stiftung überließ.  
Ein Wohlthäter für die Armen 
Ein BeschüHer der Verlassenen 
Ward der City auch in der Gruft. 
So ausgezeichnet es Herder verstand, sich in die fre1ndartigsten Geister und ihre Er: 
zeugnisse hineinzuleben und sie zu reproduciren, so wenig stand ihm eigene schöpferische 
Dichterkraft zu Gebote. Dazu gerieth er in seinen eigenen Dichtungen sofort ins Lehrhafte  
das tritt nic;t nur in seinen schrecklich trockenen Kirch enlied ern hervor, sondern auch in 
seinen weltlich lyrischen Gedichten und in den Legend en Lder gerettete Jüngling; Poly: 
karp2cJ, die er aus dem Schutt und Moder der Jahrhunderte zu neuem Leben erweckte und 
die übrigens zu dem Besten gehören, was wir von ihm be5tzen. Am meisten natürlich 
herrscht diese Richtung in den Epigrainmen, Parabeln und Paramythien Lin denen 
er griechische Mythen zu nllegorisch:lehrhaften Zwecken verwerthetI vor. 
Zum Schluß kanns dem Zweck unseres Buches entsprechends auch nur angedeutet 
werden, daß zwei der einflußreichsten Prosaschristen Herders: ,,Jdeen zur Philosophie 
der Geschichte derMenschheit0 und ,,Briese zurBeförderung der HumanitätV
        

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