Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Literaturgeschichte
Person:
König, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-505194
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-509655
XV1ll. 
Das 
Jahrhundert. 
Vorboien 
Vlütezeit. 
Reisen 
einer 
323 
Mit Gleim theilt er die unerfchütterliche Gewißheit, daß ,,die GerechtigkeitU auf seines Königs 
Seite stehe; darum ist er auch des endlichen Sieges gewiß: 
 ,,Verdopple deinen Muth, o .L7eer1 der Feinde Fluten 
 Hemmt Friedrich nnd dein starker Arius 
Und die Gerechtigkeit verjagt den tollen Schwarm: 
Sie blitzt durch dich auf ihn, nnd seine Rücken blutenlU 
Zum Schlnsz gibt er seinem heißen Wunsch, bald km dem Kampfe theilnehmen zu können, 
einen Ausdruck: 
 ,,Auch ich, ich werde noch, vergönnt es mir, o Himmell 
 Einher vor wenig Helden ziehn, 
Ich seht dich, stolzer Feind, den kleinen Haufen fliehn, 
lind findt Ehr oder Tod im rasenden Getii1nmell 
 Beides hat er darin gefunden, der tapsere Sänger; und in den Schluszversen eines 
kleinen sfJeldenepos,3: ,,Cissides3 und Pakhe6U Czwei Freunde, Thessalier, die den Opfertod 
im Kampfe fürs Vaterland gegen die Athener erleiden; hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt. 
 ,,Jhr Krieger, die ihr meiner Helden Grab 
in später Zeit noch seht, streut Rosen drauf, es 
und pflanzt von Lorbeern einen Wald umherl 
Der Tod fürs Vaterland ist ewiger 
Verehrung Werth.  Wie gern sterbl ich ihn auch 
 den edlen Tod, wenn mein Verhängnis ruft. I 
Ich der ich dieses sang im Lärm des Kriegs, 
als Räuber aller Welt mein Vaterland 
mit Fentr und Schwert in eine Wüstenei 
verwandelten; als Friedrich selbst die Fahrt. 
mit tapfrer Hand ergriff, nnd Blitz. nnd Tod 
mit ihr in Feinde trug, und achtete 
 der thenren Tage nicht für Volk und Land, 
das in der finstern Nacht des Elends seufzt  
Doch es verzagt nicht drin, das treue Land; 
Sein Friedrich lächelt, nnd der Tag bricht ans, 
Ein anderer Freund Gleim.s3, mit dem er einen höchst charakteristischen Briefs 
wechsel in den Jahren 1766s68runterhielt und mit dem er dann lange Jahre 
in Hall1erstadt zusammen lebte, war J. G. Jakobi. 
CiffcdeS L 
Patyes. 
JOhAUUs GeOkg Jt1kDVk, 174iI zu Diisfeldorf geboren, der ältere Bruder des als Hob. is. 
Philosoph und Ro1nandichter bekannten Fried. H ein r. Jakobi, studierte in Göttingen 
und Helmstädt Theologie, daneben anrh Philosophie und Sprachen, so das; er sich später 
von einem Freunde nach Halle ziehen ließ, wo er als Professor ohne Gehalt Vorlesungen 
über die schönen Wissenschaften hielt. Bald danach lernte er auch Gleim kennen, der von 
nun an einen grossen Einfluß auf ihn und sein Leben hatte; durch ihn erinuntert, wandte 
er sich mit erneute1n Eifer der Poesie zu, und war höchst beglückt, als er 1768 durch seines 
Freundes Vermittelung auch ein Kanonikat in Halberftadt, das damals noch ein Mittelpunkt 
des deutschen Literaturlebensi war, erhielt. Gleiiu war außer sieh vor Freude, seinen Ja: 
kobi so nahe zu haben, und meinte, nun sei die Zeit gekommen, in Halberstadt die lang: 
erträumte ,,dentsehe Akadentie der WiffensrhaftenU ins Leben zu rufen. Dazu kam 
es zwar nicht, allein einige Jahre, gemeinsam der Dichtkunst geweiht und in inniger Freund: 
schaft verlebt, folgten nun. Jakobi mochte es aber doch schließlich des Guten zu viel wer: 
den; l774 ging er nach Diifseldors, um dort die ,,JriS,U eine Qnartalschrift, ,,der sittlirhen 
und ästhetischen Aus3bildung dies schönen GesihlechtesJ gewid1netU unter Glei1n6 Mit: 
ZU
        

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