Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Literaturgeschichte
Person:
König, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-505194
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-509119
Das 
Zeitalter des 30jährigen Krieges und Ludwigs 
XIV. 
273 
Der 
bedcutendste 
Dichter 
des 
Königsbcrger 
Kreises 
Will 
D achs 
Simon 
Simon Dach, 1605 zu Memel geboren, zeichnete sich schon auf der Schule seiner ,ZsJHJn 
Vaterstadt durch große Fähigkeiten und nanientlic; auch durch poetische wie musikalische Be:  
gabung aus. Von der Domschule zu Königsberg, die er darauf besuchte, durch die Pest 
nach Wittenberg getrieben, vollendete er seine Gymnasialstudien in Magdeburg und studierte 
dann Philosophie und Theologie auf der Universität zu Königsberg. Die Anstellung als 
Collaborator an der Dotnschule gewährte ihm nur ein sehr dürftiges Einkommen bei über: 
großer ArbeitsSlast. Er drohte darunter zusa1nmenzubrechen, als Noberthin, auf ihn auf: 
tnerksam gemacht, sich seiner sofort annahm, ihn in sein Haus brachte, für seine leibliche 
Genesung und Kräftigung sorgte und es durchsetzte, daß er zum Eonrektor der Doucsrhule 
aufriiclte. Auch in seinen poetischen Versuchen berieih und leitete er ihn. Als später während 
des Krieges mit Schweden der große Kurfiirst nach Königs3berg kam, begrüßte ihn Dach in 
begeifterten Versen. Friedrich Wilhelm gefiel der Dichter, und er verlieh ihm die Professur  
der Poesie an der Universität. Dachs Dankbarkeit war groß, und wiederholt hat er sie 
in Versen ausgesprochen. Aber niemals erniedrigte er sich zu den üblichen Opitzsrhen 
Schmeicheleien, vielmehr spricht sich einerseits ein unbefangen gemiithlicher Ton, andererseits 
ein offenes Selbstbewußtsein darin aus. So bat er einmal den Kurfürsten um ein Stückchen 
Gartenland zu seiner Erholung und Muße, indem er auf seine poetischen Verdienste in folgens 
den Zeilen hinwies:  
Phöbus ist bei mir daheime; 
diese Kunst der deutsche Reime 
leruet Preußen erst von mir; 
meine find die ersten Saiten As 
zwar man fang vor meinen Zeiten, 
aber ohn. Gefihick und Zier. 
Friedrich Wilhelm nahm das Gesuch nicht übel, ja that mehr, als der Dichter erbeten 
hatte, indem er ihm das kleine Gut Cuxheim schenkte. Bald darnach vermählte sich der so 
Beschenkte mit Regina Pohl, mit der er bis an seinen Tod in der glücklichsten Ehe lebte. 
Nach dem Tode seines Wohlthäters Roberthin, dem andere aus dem Freundes3kreise folgten,  
iiberkam ihn eine so trübe Stimmung, daß seine immer zartgebliebene Gesundheit darunter 
zusammenbrach. Nach langem schweren Krankenlager starb er am 15. April 1659. 
Jn der Königsberger Gesellschaft war Dach, der darin ChaSmindo hieß, jedenfalls  
dass bedeutendste Mitglied, wenn er auch kein so großer Dichter war, als man zuweilen aus 
ihm hat machen wollen. Jnnigkeit, Reinheit und Natürlichkeit sind die Charakterzüge seiner 
Dichtungen, dazu bei tiefer Frömmigkeit ein fröhliche: Sinn. Das schönste seiner Lieder, 
das Herde: ins Hochdeutsche übertrug und u. d. T.: ,,Pal1nbaumU unter die Volks3lieder 
aufnahm, lautet in der ursprünglichen plattdentschen Fassung Cgckürzt;: 
Kvenl 
3o,2i 
Anke von Tharaw. 
Anke von Tharaw öß, de my gefällt, 
Se öß mihn Lenden, mihn Goet on mihn Gölt. 
Anke von Thurm hefft wedder eer Hart 
Op 1ny geröchtet ön Löw7 on ön Schmart. 
Anke von Thakaw mihn Rihkdom, mihn Goet 
Du mihne Seele, mihn Fleefch on mihn Vloet1 
O.uöm allet Wedder glihk ön ons3 the fchlahn, 
Wy fyn gefönnt, by een anger the stehn. 
Krankheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn, 
Seil unsrer Löwe Vernöttinge jyn. 
Recht as een Palmen:Bohm äver sökk stöcht, 
Je mehr en Hagel on Regen anföcht; 
terat1trgeW1VkEs 
is
        

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