Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Literaturgeschichte
Person:
König, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-505194
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-507529
Blütezcit , 
Die 
1190s 
s1300. 
151 
findet statt, aber Dietrich legt ein Schwert zwischen sich und Engeltrut. Am folgenden 
Tage kehrt Dietrich nach Brabant zurück, und Engelhart begibt sich eilends nach Dänemark. 
Dort erhält er nach dem Tode des Königs die Krone und lebt mit seiner Gemahlin im 
größten Glücke. 
Nicht lange darauf wird Herzog Dietrich von der Miselsucht cAussasJ befallen. Er 
läßt sich ein Gartenhans am Wasser bauen, wo er allein wohnt. Hier erscheint ihm in 
einer Nacht ein Engel, der ihm räth zu Engelhart zu reiten und ihn zu bewegen, feine 
beiden Kinder zu tödten und den Kranken mit ihrem Blute zu bestreichen, dann werde er 
genesen. Nachdem er lange diesem Auswege widerstrebt, entschließt er sich nach Dänemark 
zu gehen, wo er von Engelhart auf das liebevollfte aufgenommen wird. Dennoch kann er 
sich lange nicht entschließen, dem Freunde seinen Traum zu erzählen, endlich thut er es doch, 
da ihn derselbe immer aufs neue dringend fragt, ob er denn gar kein Heilmittel für seine 
Krankheit kenne. Engelhart, im Kampfe der Freundschaft mit der Liebe zu feinen Kindern, 
bittet Gott seinen Entschluß zu leiten und hält sich endlich verpflichtet, dem Freunde, der 
sein Leben für ihn gewagt hat, seine Kinder zum Opfer zu bringen. Mit schwerem Herzen 
vollbringt er die schreckliche That, und das Blut seiner Kinder heilt sofort den kranken Freund. 
Voll Freude über Dietrichs Genesung nnd doch voll Betrübnis über das dazu angewandte 
Mittel, eilt Engelhart in die Kammer seiner Kinder zurück, da gewahrt er seine Lieblinge 
spielend auf dem Bett, jedes mit einem rothen Faden um den Hals. Ein Wunder hat dem 
Vater die Kinder erhalten. Dietrich kehrt nach Brabant zurück, und beide Freunde leben von 
nun an sehr glücklich. Das Gedicht schließt mit folgender Moral: 
Daß ein Herze wohlgemuth 
daran ein selig Bilde gut 
zu läuterlicher Treue nehme 
und sich der falschen Untreu schäme, 
wenn er hört in seinen Tagen 
von so fremdem Wunder sagen, 
als den viel trauten Gesellen zweyn 
um ihre hohe Treu erfchein. 
Unter Konrads kleineren Erzählungen ist die anmuthigste die Sage von Kaiser 
Otto mit dem Bart, die Karl Simrock sehr ansprechend ins Neudeutsche über: 
seht hat. 
Kaiser Otto, unter dem hier Otto der Große gemeint ist, obwol das Gedicht seinen 
Sohn nennt, trug einen schönen rothen Bart, bei dem er mit Vorliebe schwur; einen Eid, 
den er stets unverbrüchlich hielt. Einstmals feierte er Inn Ostern zu Bamberg ein großes Fest: 
 Das erste Fest der Wonne 
Beging er hochgemuth.; 
Daselbst die liebe Sonne  
Drei Freudensprünge thut. 
Da ließ sich der junge Sohn des Herzogs von Schtoaben verleiten, ein seines Brot, das Its H1;Jl 
auf dem gedeckten Tische lag, anzubreehen. Sofort ergriff ihn der kaiserliche Truchseß und züchi  
tigte ihn mit feinem Stabe auf das heftigste. Empört hierüber stellte des Knaben Erzieher, 
Ritter Heinrich von Kempteu, den Truchseß zur Rede, und da derselbe ihm troHig antwortete,   
spaltete er ihm das Haupt. Als der Kaiser von diesem Morde unterrichtet wurde, schwur er 
bei seinem Barte dem Thäter blutige Rache. Als Heinrich das vernimmt, faßt er den Kaiser 
bei dem Bart, wirft ihn nieder und droht ihn zu ermorden, wenn er den Eid nicht zurück:
        

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