Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Literaturgeschichte
Person:
König, Robert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-505194
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-506899
94 
1150s 
Dichtung; 
GesäJichte der mittelhochdeutschen 
s1 500. 
,,Nun ist von Burgunden der edle König todt, 
Giselher der junge und auch Gernot; 
den Hort weiß nun niemand als Gott und ich allein, 
der soll dir Teufelsweibe auch stHts verhohlen sein.U 
Wie er zürnend sie genannt, die einst so 1ninniglichetuge11dreiche Jungfrau, so erweist 
sie sich. Das Sigsridschwert, das ihr Mann getragen, als sie zuleHt ihn sah, zieht sie aus 
der Sc;eide, sie hebt es hoch empor und schlägt dem Mörder Sigsrids das Haupt herunter. 
Das kann der alte Hildebrand nicht ertragen  seinem Herrn hat sie ihr Wort gebrochen, 
den kiihnsten Recken hat sie erschlagen, das fordert Rachel Wild springt er auf, nichts hilft 
ihr lautes Ausschreien, er haut in Stücken das edle Königsweib. 
und Mann. 
Dietrich und Esel haben zu weinen an, 
Von Herzensgrunde klagten sie manchen Freund 
Wehmüthig 
Lied 
klingt das 
aus : 
Leid. 
Herrlichkeit und Ehre das lag nun alles todt, 
die Leute waren alle in Jammer und in Noth; 
mit Leide war geendet die hohe Festeszeit, 
wie stets aufs allerlcSte die Freude bringet 
in 
Dieser wehmüthige Ton, 
einem Kxmstgedicht, das 
mit dem das Nibelungenlied 
aus,klingt, 
ist 
fsktgeführt 
die 
Klage 
genannt wurde, das aber dem großen Epos durchaus untergeordnet ist. Es ist in 
kurzen Reimzeilen abgefaßt und steht in allen vollständigen Handschriften des 
Nibelungenliedes gewissermaßen als ein Anhang. 
Ja alt 
oerhKlage. 
Eyel, Dietrich und Hildebrand suchen ihre Todten unter der Menge der Leichen 
heraus,ibeklagen und bestatten sie. Dabei werden ihre Schicksale nochmals erzählt und ihre 
Tugenden gerühmt. Selten wird diese ermüdende Litanei durch belebtere Züge unterbrochen: 
Dietrich preist in ergreifenden Worten Kriemhildens Schönheit, als er ihre Leiche erblickt; 
Esel geberdet sich fast wahnsinnig vor Schmerz und endet in Blödsinn, als ihn Dietrich 
verläßt. Der alte Hildebrand ermahnt beide, ihren Schmerz zu mäßigen. Rüdigers FFnappen 
kehren mit seinem Rosse, das sich immer nach seinem Herrn umsieht, nach Bechlaren zurück, 
wo den Frauen das Unglück schon durch schwere Träume verkündet ist. Gotelinde stirbt 
vor Schmerz  Dietrich, der bald nach ihrem Tode in Bechlaren anlangt, sorgt für Giselhers 
junge Braut, Dietlinde. Der Spielmann Swemmelin reist zu Kriemhildens Mutter, 
der alten Königsmntter Ute, um ihr die Trauermär zu überbringen, unterwegs kehrt er 
bei dem Oheim der burgundischen Könige, dem Bischof Pilgerin in Passau ein, der alle 
diese Begebenheiten auszeichnen läßt. Der greifen Ute, die den Untergang ihres ganzen 
Stammes überleben sollte, bricht das Herz vor Leid; zu Lorsch in der von ihr gestisteteU 
Abtei wird sie begraben. In Burg1md klagt sich Brunhild als 1Irheberin des ganzen 
llnheils an; ihr nnd Gunthers Sohn wird als König gekrönt. 
Der bcmerkcnswertheste Zug der ,,KlageE ist 
vergeben wird, weil sie alle Blutschuld nur aus 
der, daß Kriemhilden von Gott 
Treue auf sich geladen habe.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.