Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Allgemeine Geschichte der Literatur
Person:
Scherr, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-494321
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-498974
Jtalien. 
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gSsinnung Alsieri7s zu theilen. Sein Genie bewahrte ihn nicht vor Feil- 
heit und er trieb mit seinen Dichtergaben Schacher1). Erst schrieb er, ver- 
anlaßt durch die Ermordung des Gesandten der französischen Republik durch 
den römischen Pöbel, im Dienst und zu Gunsten des Papstes das gegen 
den Geist der französischen Revolution gerichtete Gedicht pBasvjl1ianas-, 
dann lief er zu den lombardischen Republikanern über, hierauf speichellecktc 
UT Als Hospoet Napoleons und nach dessen Sturz sang er den östreichischen 
Kaiser lobpreisend an. Von seinen zahlreichen Werken kommt der in Ter- 
zinen geschriebenen Basvilliana der Preis zu; denn dieses, von des Dichters 
bCgeisterter Liebe für Dante7s göttliche Komödie zeugende Gedicht zieht, wenn 
UUch als Ganzes verfehlt und unwahr, durch zahlreiche erhabene, glut- und 
phUntasievolle Einzelnheiten vor allen übrigen an. Ein weit ernsteres und 
edleres Streben lebte und wirkte in Ugo Foscolo (1779-1827), der 
T) Daß er aber ein Dichter, das kann schon sein mit Recht bertlhmtes Sonett ))Sopra 
IT mortes- darthun, welches ich unbedenklich dem oben mitgetheilten Somit Filicaja"s als 
ebenbürtig an die Seite stelle. Es lautet  (mit Beigabe der Uebersetzung von H. Leut- 
hold, welcher das lange für unübersetzbar gehaltene meisterhaft bewältigte):  
-Mo!-te, ehe se" tu mai? Primo del (lanni, 
II a1ma vile e la 1-ea ti crede e teme: 
B vencletta del ciel scendi -1i tiranni, 
c.l1e il vigile tuo hraecio incalza e preme. 
Ma l" jnfeljce, a cui de- lunghi afkanni 
Grave e l' incarco e 1n0rta in cuor la sperrte, 
Quel fei-ro implora at-r0ncator degli a1mi, 
E ride all- oppressar dell" 0re estkeme. 
Pisa la p0lve di Mai-te e le vicende 
Ti skida il for-te ehe ne' riscl1i indu1-a; 
E il saggio senza impalljdik ti atte11(1e. 
Horte, ehe se-7 tu dunque? lJn" omb1-a 0scura, 
Un l)ene, un male, ehe (liversa pre11de 
Dagli affeti dell" uom form-I e natur;-i.e 
,,Wer bist du Tod? Dein denkt mit Furchtgezitter, 
Wem Schuld und Feigheit das Gemüth umfpannen, 
Der Himmel, der allmädht"ge, rächend tritt er 
Mit deinem Fuß den Nacken des Tyrannen; 
Doch der Gebeugte, dem das Leben bitter, 
Dem alle seine Hoffnungen zerrannen, 
Ihm bist du ein ersehnt willkommner Schnitter, 
Er lächelt, wenn du mild ihn führst von dannen. 
Der Krieger brennt, entgegen dir zu eilen, 
Und trotzt im Kampfe deinen Schreckgewalten, 
Der Weise harrt gelassen deinen Pfeilen. 
Wer bist du Tod?   Ein Schatten nur, gehalten 
Für gut, für böf", wie sich dein Bild jeweilen 
Nach unserm eignen Innern mag gestalten."
        

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