Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Allgemeine Geschichte der Literatur
Person:
Scherr, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-494321
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-498420
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Vuch lI. Kap. 3. 
Dante7s Werk steht einsam in der italischen Literatur; denn daß es 
einen gewissen Bonifazio degli Uberti zu ungeschickter Nachahmung reizte, ist 
(lnferno V, 73-142) und ihm die letztere ihre trauervolle Geschichte erzählt, mit den 
Worten schließend:  
   -Nessun rnaggior d0lore, 
che rie0rdarsi del ten1po keliee 
Nella miseria.  
N0i leggiavamo un gio1-no, per diletio, 
Di I-aneilotto, come amor lo St!-inse- 
s0li eravam0, e senza alcun s0spett0. 
Per piÜ fix-.te gli oeehi ei s0spinse 
Quelle. lettura," e se0loroc-ei il viso: 
Ha s0lo un punto tu quel, ehe ei vinse. 
Quando leg-gemrno il disiat0 riso, 
Leser baeiat0 da eotanio am-inie; 
Qi1esti, ehe mai da me non fis. diviso,  
I-a boe(:a mi baeid tutto tre1nante-; 
Galeotto tu il libro, e ehi lo serisse: 
Quel giorn0 pic1 non vi lege-rnrno avante.s 
Einen furchtbaren Kontrast zu dieser lieblichen Episode bildet die von Ugolino della Gherar- 
desea (Int"ern0 xXxlll), ein Naihtstück von mai-kerschütternder Energie, dem an Schreck- 
li-hkeit nicht einmal die gigantische Phantas1ik, womit (lnkern0 XXXlV) die Erscheinung 
Satans dargestellt wird, nahekommt. Außerdem ist im Bereiche der Hölle besonders noch 
auf die sinnige Schilderung der Glücksgöttin (V1l, 73-97) hinzuweisen, sowie auf die 
Begegnung mit Farinata degli Uberti, dem edlen Ghibellinen, dessen Stolz auch unter 
den Höllenqualen sich selbst gleich bleibt, -come -n-esse lo Inferno in grau dispittos-, 
mit Cavalcante Cavalcanti (X) und mit Pier delle Bigne (X1l1, 28-109), welcher ,,beide 
Schlüssel zum Herzen Friedrichs ll. besaß." In den Gesängen des Fegseuers sind als 
äfthetisch wirksam hervorzuheben die Zusammenkunft mit dem Sänger Casella (U, 76-118), 
der Dante"s n-egmüde Seele durch Anstimmung der Canzone des Dichters )-Amor ehe 
ne1la mente mi ragionas: erquickt, dann die Beschreibung, welche Buonconte (V, 94-129) 
von seinem Tode in der Schlacht bei Cantpaldino entwitft, ferner die Apostrophe an 
Jtalien und Florenz (Vl, 76.-151), in welche die Vaterlandgliebe zornvolle und weh- 
müthige Töne mischt: )Al1i, set-va Italien, di d0lo1-e osi,el1o, nasse sen2a n0eehie1-O in 
grau tempesta, non dann:-. di pr0vineie, 1na hordello!e etc. endlich die Erscheinung 
Beatrice-s (XXX): 
-cosi denn-o una nuv0la di kiori, 
Che dalle mani angeliche saliva, 
E rieadeva giÜ dentro e di kuori, 
Sovra eanclido vel, eini.a d"0liva, 
Denn-: m7apparve, sollo ver-de meinte, 
Vestii.a di eolor di iiatnma viva. 
IJ lo spirito mio, ehe gib. eot-into 
Tempo era state can la sue. presen--T, 
N0n er-I. di stup0r trernnndo akk-ant0, 
sen2a des,-li oeehi -wer x)iü eonoseen2a,  
Per 0ceulta virt1"1, ehe da let rnosse,  
l)"antieo am0r senti la grau Polen:-1..(
        

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