Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Niederländische Briefe
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-487891
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-493825
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Säulen in der Form des Stannns sowohl als der Cjapitäle 
aüffallend schwer, "durchan"s nicht in dem zierlichen gothische""n 
Styl, dem doch der Bau in seinen, größern Theilen schon 
angehört. Es scheint, daß man für die Behandlri1ig des 
Details den Geist des neuen Styls sich noch nicht völlig 
klar gemacht hatte. Der Umgang des Chors"hat durchweg 
Gnr"tenpfei"ler.   
An denselben sch"lie"ß"t sich eine größere Capelle (la cha- 
pe11e du St. Sack(-menr de MiracIes) an, km J"ahr"e 1534 
unter der Statthalkerin Maria, Kdnigiu von Ungarn, ge- 
gründet, zrvarr noch in: go"thische"n Sthle, doch sieht man 
fast den U"ebergang zur tnodernen Architektur. An den brei- 
ten Pfeilern zwischen den Fenstern erheben sich vom Boden 
sehr schlanke Stabe; der "mittels"te nnd stärkste empfängt 
oben als ein zierliche;-, leichter Pilaster die Garten des Ge- 
wdlbes, während die andern sich höher hinauf von ihm nnd 
über .den Spitzbogen des Fenster-s als Ei"nfa"ss7ung desselben 
biegen. So ist noch dies? Zusannnenfass"en der Garten bei- 
behalten, aber schon ist die Form des Pfeilers, dieVvor- 
tr"etende Ecke desselben, welche zur iSt1itze des Gewölbes 
durch die Kraft des mittleren Pilasters nöthig war, ver- 
schwunden. Es ist nur dünne, oberflärhliche Zierde der fla- 
chen Wand. Die Pi"laster, einst .Halbsänlen, sind dünne 
Stabe. An den Pseilern sind große, sehr reiche Taberna- 
kel. Der gothische Styl ist auch hier beibehalten, obgleich 
der Architekt gewiß italienische Banknns"t schon kannte.   
Es war vielleicht der letzte Moment des Gefühls für 
die Harmonie des nordischen Baues.  
In den Fenstern ist schbne -Glas-1nalerei von Roger von 
der Wende; freie, sehr belebte Gestalten in großer Archi- 
tektur- in statnarisc"her ."Haltung und im scbbnsten Farben- 
glanze; interessant auch dadurch, daß sie Po:-traits Karl V, 
Franz I nnd 1ne"h"rei-er anderer Fürsten enthalten. An  
milden is? die ,Kirch"e nicht mehr reich- ansgeze"icl)net aber 
durch Glasmalereien. So die des Chors von Diep"enbec"k. 
Das jüngste Gericht auf dem großen Fenster des ;Haujot- 
32 V .
        

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