Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Niederländische Briefe
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-487891
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-489086
25 
kräftige Färbung und kühne, wenn auch nicht correete, Zeich- 
nung-und Gruppirung. Allein gerade dadurch machen He hier 
eine um so unangenehmere Wirkung. Denn bei der schwachen 
Beleuchtung des Saale? nnd dem nachgedunkelten Hintergrunde 
der Maler-eien gewinnt-dieModelIirung der Gestalten an Kraft, 
so daß sie in körperlicher Rundung von allen Seiten auf den, 
Beschauer heranschreiten und ihm durch ihre--barock Phanta- 
stische Ausskatkung g"efpeniiiscl) drohen. Der arge Contrai"i- 
den das Streben nach voller Wirklichkeit gegen den allegori- 
schen Mißbraucl).der Gestalten in Raben-Z Schule bildete, 
wurde mir hier- deutlicher als je. -   
Doch genug von diesen filrsilichen .Herrlichkcitens-: um 
in meinem stillen Fischerdorfe zu ruhen. 
.;mkiijt2k 
Brief. 
Unter den Schätzen der Galerie haben mich zuerst die 
Landschaften vorzugsweise befchäftiget nnd manche Betrach- 
tungen angetegt". Ehe ich diese mittheile, lassen Sie mich 
ordnen, was ich -hier gesehen habe.  
Die ältesten Landschaftsmaler, die wir hier finden, sind 
Roland Sat-ern, (1576--1(j39) und Johann Breughel (1589 
bis 1642), der Satnmetbrenghel, wie ihn seine Zeitgenossen 
zum Unterschiede von andern Kunstgenossen benannten- nicht 
etwa zur Bezeichnung eines weichen Pinsels; sondern nur 
wegen seiner Kleiderpi-acht. Diesen lernen wir zunächst auf 
einem großen Bilde, das Paradies dariiellend, kennen. Ru- 
Vbenö hat darauf die Gestalten der .Uteltern mit großer Sorg- 
falt nnd Vollendung, B:-enghel aber das Landschaftli(he  
n1alt. Die Gegend ist eben, im reichiien Pflanzenwuchse dac- 
geskellt; an beiden Seiten ziehen sich dichte Banmgruppen 
bis gegen die Mitte, wo wir durch eine Oeffnung -die Tiefe 
des Waldes und das Feld- nnd darauf das saftige Grün der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.