Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lebenserinnerungen
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-483735
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-486705
Von den 
Ansstellungen  
255 
Leitung Storcks stehenden ,,Spit,3enkursestt, der wieder die 
Lehrerinnen für eine ganze Reihe von Spit;;ensihulen in sTster: 
reich gebildet hat. Wie die Dinge heute stehen, giebt es 
viele weibliche. Hände, welche die feinsten Spit;,enarbeiten und 
die verschiedensten alten wie neuen Arten zu machen im: 
stande sind, während vor zwanzig Jahren nur die unvoll: 
kommensten Arten in unvollko1nmener Ausführung in Übung 
standen. Leider ist noch der Absatz hinter der Leistungs: 
fähigkeit zurückgeblieben. 
J11 der Zwischenzeit zwischen den großen Weltausstellnngen 
gab es der kleineren Ansstellungen viele, teils solche von 
lokaler oder nationaler Natur, teils solche mit den Ansprüchen 
einer internationalen, universellen Bedeutung. Für mich per: 
sönlich boten sie nicht allzu großes Jnteresse, Vielleicht die 
deutsche in München C1876J ausgenommen, welche ein neues 
Prinzip in die Jnstallation zu bringen versuchte, eine Ver: 
bindung nämlich von Kunst u11d Kunstgewerbe, vermöge der 
Aufteilung des RauInes in einzelne Gemächer, denen mit 
Bildern, Möbeln und Kunstgegenständen der Charakter der 
Wohnlichkeit gegeben werden sollte. Das Prinzip, das sich 
mit noch weniger Konsequenz als seine Vorgänger durch: 
führen ließ, klingt sehr schön, aber es schädigte Künstler wie 
Aussteuer, die Künstler, denen es an Licht mangelte, die Aus: 
steller, welche ihre Gegenstände zerrissen sahen, und was die 
Wohnlichkeit betrifft, so mußten manche Gegenstände, wie die 
Eisenarbeiten, doch isoliert bleiben oder die Gemächer mußten 
sich gefallen laßen, vollgefüllte Ausstellungstische in sich auf: 
zunehmen. So war es auch geschehen. Mein Tadel dieses 
anscheinend so idealen Prinzips ist mir wohl verübelt worden, 
dennoch hat die Folge mir Recht gegeben; es ist auch nicht 
wieder versucht worden: Kunst und Kunstgewerbe sind immer 
wieder fortan getrennt zur Ausstellung gelangt.
        

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