Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Lebenserinnerungen
Person:
Falke, Jakob von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-483735
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-486214
206 
Kapitel. 
Eitelberger selber, der vielleicht sein unruhiges, leicht erreg: 
bares Blut fürchtete, nahm ungern an dergleichen Beratungen 
Teil. Bei der Besprechung, die in dem kleinen, heute der 
Polizei dienenden Hause hinter dem Museum stattfand, traten 
die Herren aus der Leopoldstadt auf das eutschiedenste unserem 
Wunsche entgegen, nnd zwar, wie soll man sagen, aus einem 
rein bezirksbergerischen Grunde: sie wollten, wenn sie aus 
ihrem Bezirke über die Aspern:Brücke kämen, die ganze lange 
Ringstraße hinab und auch den Stadtpark sehen, und das 
künftige Museum schien ihnen dabei im Wege zu stehen. Da 
wir in der Nähe waren, führten wir die Herren an den Knick 
der Ringstraße gegenüber der Kaserne, u1n sie durch den 
Augenschein zu überzeugen, daß, was sie wünschten, schon da: 
mals eine Unmöglichkeit war. Man sah eben nicht so weit 
von der Aspern:Briicke, nur ein paar hundert Schritte. Von 
der Verkehrtheit ihres Widersprnches überfiihrt, mußten sie 
wohl endlich zustimmen, und so durften wir unseren Plan 
mit der Vorrückung in die Ringstraße ausführen. Im Jahre 
1871 konnten wir Ferstels schönen Bau feierlich eröffnen, 
was zugleich mit der ersten, speziell dem Wiener Kuustgewerbe 
gewidmeten Ausstellung geschah. Das Gebäude, beruhend auf 
den Erfahrungen, die wir bereits gemacht hatten, erwies sich, 
Heizung und Ventilation ausgenommen, als durchaus praktisch 
für unsere Zwecke und unsere Arbeiten. Seine Anlage ist 
auch der Typus geworden für alle nachfolgenden neugebauten 
Kunftgewerbe:Museen. Die Ausstellung selber, mit der wir 
eröffneten, erwies zwar das Wiener Kunstgewerl1e als keines: 
wegs fehlerlos oder unseren Wünschen und Hoffnungen bereits 
entsprechend, aber es zeigte sich doch, was man schon aus der 
Pariser Ausstellung C1867J in den ersten Anfängen wahrge: 
nommen hatte, daß Leben und Bewegung und Fortschritt vor: 
handen seien, daß somit das Museum und seine Bemühungen
        

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