Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-480537
so heller ist, je mehr das weiße Licht Vorherrscht, und desto 
tiefer erscheint, je weniger von dem weißen Lichte in unser 
Auge gelangt. Kommt von solchem oberfliichlich reflektierten 
Licht nur bei bestimmter Neigung eines Körpers weißes Licht 
in 1mser Auge, dann haben wir die Empfindung des Glanzes. 
So manuigsach und verschieden auch die farbigen Er: 
scheinungen im Leben und in der Kunst sein mögen, so lassen 
sie sich doch alle bis auf wenige Ausnahmen, die später noch 
erläutert werden sollen, auf die eben besprocheuen Grund: 
prinzipien zurückführen, denn alle wie immer beleuchteteu 
Körper verhalten sich gleich; wir sehen die Gegenstände in 
gemischtem, d. h. teils reflektiertem, teils absorbiertem oder, 
wie man sich ausdrückt, in diffusem Licht. Eine Ausnahme 
machen jedoch die Glasmalereienund Transparente, bei denen 
das Auge des Beschauers Licht erhält, das Vorher durch die 
farbetragende Substanz hindurchgegangen ist. In gewisser 
Beziehung dürfte ein gleiches auch bei solchen Erzeugnissen 
der Kunst CKeramikJ der Fall sein, bei der die weiße Unter: 
lage nur den Zweck hat, die oberen Schichten zu durchleuchten. 
Im allgemeinen ist aber der Maler nur auf Farbpigmente 
angewiesen, die, wie alle Körper, diffuses Licht c1usstrahleu; 
die Natur und der Maler wirken demnach eigentlich nicht 
durch das. gleiche Mittel auf das Auge des Beschauers. Beide 
malen zwar mit Licht; aber wir werden späterhin sehen, wie 
beschränkt das dem Maler zur Verfügung stehende Licht: 
material ist, und daß er sich oft gezwungen sieht, dem  Schein U 
die größten Konzessionen zu machen. 
2. Die rhromatifchen Farben des Lichtes 
CSonnenIpek1rumJ. 
Die einfachste Art, das weiße Sonnenlicht in seine Teile 
zu zerlegen, ermöglicht das schon von Newtou be11uhte Glas: 
prisma. Es fordert keine allzu große Mühe, eine Vorrichtung
        

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