Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-482616
von der Natur empfangene Jmpuls kräftiger zum Ausdruck 
gelangt ist. Bei der Verarbeitung der Skizzen nach der 
Natur zum Bilde geht aber häufig eins gut.Teil der Ur: 
spriinglichkeit verloren, so daß viele Künstler, um den natur: 
wahren Eindruck nicht zu beeinträchtigen, ihr Bild gleich vor 
der Natur fertigzustellen bemüht sind. Soweit es die Land: 
fchaft betrifft, ist nur ein Vorteil für das Bild daraus zu 
folgern, beim Figurenbild wird sich aber das Bildmotiv nur 
auf gewisse sich oft wiederholende Gegenstände beschränken 
können, die nur wenig Bewegung zeigen; so ist die sog. 
,,Armeleut:MalereiH eine Folge der naturalistifchen Malweise 
in den legten Jahrzehnten gewesen. 
Um auch bewegte Motive in freier Natur leichter zu 
studieren, kommt den Malern die Momentphotographie sehr 
zustatten, hauptsächlich was die Zeichnung und Beleuchtung 
betrifft; die Farbe kann freilich die Photographie bis jeHt 
nicht wiedergeben. Sehr gewissenhafte Maler haben, um 
auch hierin den Forderungen der naturalistifchen Malweise 
zu entsprechen, demnach zu dem Glasatelier Zuflucht ge: 
nommen, das wie das Atelier des Photogrccphen Licht von 
allen Seiten einläßt und eine beliebige Regulierung gestattet. 
Stellt sich der Maler dann im Atelier alle Bedingungen genau 
so her, wie die Beleuchtung des Motives in der Natur ge: 
wesen ist oder sein kann, dann wirddie Aufgabe der malerischen 
Leistung in der möglichst genauen Wiedergabe dieses Stückes 
der Natur bestehen. Auch bei Bildmotiven, die im Jnnen: 
raum sich abspielen, ist eine genaue Zusammenstellung des zu 
malenden Raumes mit allen nötigen Akzessorien CStillebenJ 
für die Arbeit sehr förderlich. Der Maler bleibt dabei räumlich 
allerdings an die ihm zur Verfügung stehende Ortlichkeit und 
die Ausdehnung des Ateliers gebunden. 
Das Oberlicht hat aber für den Maler noch einen weiteren 
Vorteil; es zeigt das Gemiild.e in derselben Beleuchtung, die 
heutzutage die meisten Ausstellungslokale haben, und er kann 
sicher sein, daß fein Bild so erscheinen wird, wie es während 
des Malens der Fall war.  
        

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