Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-482455
sI7Is umso. 
Schule allgemein üblich. Der Maler befand sich demnach 
stets zwischen der Lichtquelle und dem zu malenden Modell. 
Später sehen wir die Lichtquelle von links austreten, der 
Maler stellt sich dabei mit dem Modell zur Lichtq11elle parallel. 
Je kleiner jetzt die Lichtquelle wird, desto schärfer tritt Licht 
und Schatten auf, und wird die Lichtquelle endlich so ver: 
schmälert, das; sie nur als kleiner Streif das Modell treffen 
kann, dann entstehen die Effekte, die wir an Bildern des 
De Maes, Rembrandt u. a. bewundern. Bei der Art und 
Weise, wie die holländischen Fenster konstruiert sind, die mit 
ihren vielen kleinen Schultern nnd Laden jeden gewünschten 
Lichteffekt ausführen lassen, entsteht die Beleuchtung von oben 
oder stark von der Seite sehr leicht. Rembrandt hat diese 
,,Konzentration des Lichtes Es zum Prinzip seiner kiinstlerischen 
Ausdrucksweise gemacht und in der Verteilung von Licht 
und Schatten seinen Werken ein Gepräge ausgedrückt wie 
keiner vor ihm oder nach ihm. Durch Unterdrückung von zu 
starken Farben, die seine Lichtkomposition zerrissen hätten, 
bringt er auf seinen Bildern oft nur eine Abstufung ganz 
weniger, fast ineinander verschwimmeuder Farbentöne hervor, 
um in der Lichtwirkung um so stärker seiner Jntention folgen 
zu können. Dabei tritt auch hier die Virtuosität hervor, in 
der BenuHung des schon gefärbten Leimgrundes die chro: 
matische Grundlage des vollendeten Gemäldes zu erblicken, 
die mitunter goldiggelb, gelbrot oder Tauf Leinwand: 
bildernJ braun erscheint. Daß Rembrandt in Fällen, wo 
er mit Primatechnik nicht auskam, zum Asphalt griff, um 
den gewollten merochromen Effekt Es. S. 175J zu erzielen, 
ist sehr wahrscheinlich, aber in der reichlichen Anwendung 
dieser Farbe liegt auch der Grund des Verderbes mancher 
seiner Schöpfungen.  H 
Ob Rembrandt wie seine Zeitgenossen die Olfarben mit 
Harzen und ätherischen Olen verwendete oder, wie manche 
glauben, sich noch älterer Methoden der Tempera bediente, 
läßt sich nicht entscheiden; wir sehen nur, daß er anders als 
die anderen malte, aber über das Wie seiner Technik erfahren
        

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