Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-482361
Die eigentliche Malerei. 
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sgeb. 1585J schreibt, ebenso schwer ist für denjenigen, der sie 
nicht kenne, wie die Freskomalerei fiir einen, der damit nicht 
umzugehen wisse. Andere Gründe lagen in dem Auftauchen 
der Leinwand als Untergr11nd, in der Eile der Fapresto: und 
Volus1naler, die eine sorgfältige Vorbereitung der Zeichnung 
auf dem weißen Grunde verschmähten und in großer Hand: 
gefchicklichkeit den ganzen Wert der Mache erblickten. Jn 
Jtalien scheint noch im 16. Jahrhundert die Temperannter: 
1nalungnvorzuherrschen CBellini, TizianJ, bis auch hier die 
Firnis:Olmalerei die ältere Methode ablöste. Da diese teils 
mit Firnis, teils mit  geriebenen Farben große Vorteile 
boten, gegenüber den Olfarbe11 allein, nnd ein leichteres 
Arbeiten geftatteten, wurde der Gebrauch der Eyck:Technik 
bald in den Hintergrund gedrängt, nachdem dieselbe 150 
Jahre lang ausschließlich geherrscht und die hervorragendsten 
Künstler der älteren holliindischen,, der schwiibischen und 
kölnischen Schule ihre Unsterblichkeit damit errungen hatten 
CMemling, Dtirer, HolbeinJ. 
Das Farbenprinzip bestand darin, den weißen Kreidegrund 
LVergoldegrundJ als Lichtqnelle zu benutzen, der ohne das 
Unangenehme, Glasige einer Ollasnrfarbe ein Leuchten 
aus der Tiefe gestattet, so daß ein Vergleich mit den Glas: 
fenstern sehr nahe liegt. Die leichte Verdünnbarkeit des 
Farbenmaterials Lmit WasferJ stand dem gewünschten Effekt 
hilfreich zur Seite, und die Eigentiimlichkeit gex1annter 
Emulsionen, auch auf noch ungetrockneter Olfchicht 
zu haften, ohne zu perlen, ermöglichte eine Feiuheit der 
Durchführung über das bisher übliche Maß. 
Anmerkung. Es soll nicht verschwiegen werden, daß die hier 
in Kürze wiedergegebene Ansicht über die Bau Eyck:Tech1rik nur als 
ein Versuch zu ihrer Rekonstruktion anzusehen ist. Neuerdings neigt 
man der Anschauung zu, daß Bau Ehcks Erfindung in der Ver: 
1vendung von Harze11 und Troekenölen bestanden habe, und erhofft 
von den Erfolgen der sehr bemerkcniswexte11 mikrochemischen Analyse 
an alten Bildern, wie solche von Ostwald nnd Raehln1ann gemacht 
wurden, die endgültige Lösung der Frage.
        

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