Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-481868
Anhang. 
Vom Sehen. 
157 
scheiden können. Trohdem seit vielen Jahren in dieser Richtung 
genaue Beobachtungen und Prüfung der beteiligten Personen 
vorgenommen werden, hört man doch nur zu oft von Ver: 
wechselung der Signale; es scheint mir, daß nicht nur das 
farbige Licht, sondern auch Nebenumstände hier im Spiele 
sind. Durch Nebel gesehen, wird jedes helle Licht 
rötlich gefärbt Ltrübes MediumJ, man kann dann leicht ein 
weißes Signal für rot ansehen, während ein Grün durch 
vorgelagerten Nebel durch Zumischung von solchem roten 
Mediumlicht seinen Charakter vollständig verlieren und wie 
grau erscheinen wird. 
Merkwiirdig ist das Verhältnis der Farbenblinden zu den 
Normalsichtigen. Holmgren fand, daß von 1000 Männern 
etwa 30, von 1000 Frauen etwa drei farbenblind sind. 
Man glaubte dies ausfalIende Verhältnis darauf zurück: 
zuführen, daß vom Beginn des Menschengefthlechtes an die 
Beschäftigung mit farbigen Objekten Lim Hause und zum 
eignen Schmach hauptsächlich den Frauen zugefallen ist. 
Die Untersuchungen von Cohn und Magnus ergaben ein 
ähnliches Verhältnis der Farbenblindheit von Kindern und 
Erwachsenen wie oben; unter 2761 Schülern waren 76, unter 
2328 Schülerinnen nur 11 farbenblind. Zumeift ist die 
Farbenblindheit angeboren oder erblich, auch kann nach großer 
Anspannung oder Krankheit Farbenblindheit entstehen. Hat 
man z. B. längere Zeit bei rnbiurotem Licht Lin der Dunkel: 
kammer des PhotographenI gearbeitet, so treten dann ähnliche 
Erscheinungen ein wie bei Farbenblinden, man kann Rot und 
Grün nicht unterscheiden, die beide wie Grau erscheinen, bis 
sich das Auge wieder an das normale Sehen gewöhnt hat. 
In bezug auf das normale Sehen müssen wir noch einige 
Eigenschaften erwähnen. Obwohl wir zwei Augen besiHen 
und auf jeder NeHhaut ein Bild des gesehenen Gegenstandes 
entworfen wird, sehen wir in der Regel die Objekte 
nicht doppelt, sondern einfach. Aber sobald wir schielen 
oder durch Druck eines der beiden Augen aus feiner normalen 
Stellung bringen, verdoppelt sich das Bild, und wir erblicken
        

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