Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-481798
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Theoretisdjer Teil. 
in Entfernung von 50 cm eine Schrift, so kann man nach: 
einander. bald die Fäden des Schleiers, bald die Buchstaben 
der Schrift, niemals aber beide zusammen deutlich sehen. 
Das Auge muß sich immer erst akkommodieren. 
Neben dieser Akkommodation für Nähe und Ferne 
besik,t das Auge noch die Fähigkeit, sich wechselnden Licht: 
intensitäten anzupassen, indem es durch Veränderung der 
Pupillenweite die Größe des in sein Jnneres dringenden 
Strahlenkegels reguliert. Man bezeichnet diese Fähigkeit 
mit Adaptation für Lichtstärke. Sie wird ermöglicht durch 
die Muskelfasern der Jris CRegenbogenhautJ, die, teils 
zirkular teils radial wirkend, eine Art von Abblendnng zu 
starker Lichteindriicke durch Zusammenziehung vermitteln, 
während beim Erweitern einer größeren Lichtmenge der Zu: 
tritt zur Netzhaut gestattet wird. 
Dem optischen Apparat des Auges haften noch gewisse 
Unvollkommenheiten an, die davon herrühren. daß die ver: 
schiedenen Medien des Auges verschiedene Brechkrast besitzen, 
ferner daß sich die Randstrahlen nicht dort vollkommen ver: 
einigen, wo die in der Mitte auffalIenden Strahlen zur Ver: 
einigung gelangen. LeHterer Mangel ist z. B. daran schuld, 
daß uns die Sterne strahlenförncig erscheinen, daß durch die 
sog. J rra d i a tio n starkbeleuchtete Flächen aufdunklem Grunde 
größer erscheinen als dunkle Flächen auf hellem Grunde. Sie 
erklärt sich daraus, daß die Zerstreuungskreise des beleuchteten 
hellen Gegenstandes über den benachbarten dunklen hinüber: 
greifen und daß sich daher der erstere auf Kosten des lehteren 
vergrößert. 
Andere Anomalien des Auges infolge Trübung der brechen: 
den Medien oder durch beschattende Objekte unmittelbar vor 
der Nek,haut rufen die sog. entoptischen Erscheinungen hervor, 
die sich als Schattenbilder oder in anderer Weise Cmouches 
volants, fliegende MückenJ unangenehm fühlbar machen, doch 
haben wir es hier weder mit diesen noch mit dem Abnormalen 
des Auges infolge der Kurz: oder Weitsichtigkeit zu tun. 
Uns hat. vielmehr nur der Prozeß des normalen Sehens zu
        

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