Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-481761
Einfluß der BeleucJ tung auf die Farbe des Lichtes und des Schattens. 
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bei dieser ein entschiedenes Überwiegen des Rots gegenüber 
dem gewöhnlichen Tageslicht bemerken, so assoziiert sich in 
uns die Vorstellung von Rot mit der künstlichen Beleuchtung, 
und demnach entsteht das Verlangen, Bilder in solcher Be: 
leuchtung röter zu malen, als es der Wirklichkeit entsprechen 
sollte. 
Dieses Vorherrschen des Rots in Bildern, die künstliches 
Licht darstellen, wird sich abschwächen müssen, wenn der ge: 
malte Vorgang ausschließlich bei künstlichen1 Licht vor sich 
geht; die natürlichen Farben werden immer mehr zu ihrem 
Rechte gelangen, je weniger groß der Unterschied zwischen 
den Lichtarten ist, oder. je größer der Raum im Bilde ist, 
den die künstliche Beleuchtung einzunehmen hat. 
Schließlich kann auch noch der Fall eintreten, daß die 
Jntensität zweier Lichter sich ändert, wenn das künstliche 
Licht das natürliche überwiegt oder umgekehrt. Wer in Guß: 
hätten den glühenden Stahl aus dem Behälter CKonverterJ 
fließen gesehen hat, der wird auch bemerkt haben, welche 
merkwürdige Veränderung plötzlich die ganze Umgebung 
angenommen hat; das Auge wird auf das intensivste irritiert, 
und die Folge davon ist, daß die umgebenden Teile viel 
dunkler und bleigrau gefärbt erscheinen; das künstliche Licht 
hat hier demnach auch auf die Helligkeit eingewirkt, die 
Kontrasterscheinung ist in unserem Sehnervenapparat zum 
Austrag gelangt, der für Helligkeitskontraste nicht minder 
empsindlich ist, als für Farbenkontraste. In dem gegebenen 
Falle ist durch das Vorherrschen des blendenden flüssigen 
Metalles sowohl die Helligkeit als auch die Farbe des Tages: 
lichtes geändert worden. 
Wir werden es demnach im umgekehrten Falle verstehen, 
daß bei vorherrschendem Tageslicht eine kleine Lichtquelle, 
z. B. glühende Kohle, um so dunkler und röter erscheinen muß, 
wenn das Tageslicht ungeschwächt und weiß erschien. Treten 
taber beide Lichtsorten, die künstliche und die natürliche, gleich 
stark aus, wie in dem oben CS. 145J beschriebenen Beispiel, 
dann verstärken sich die farbigen Erscheinungen gegenseitig. 
1O.
        

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