Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Farbenlehre
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-479697
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-481461
nur oarf o1eLufrfcy1cyr nicht auzufeyr m1rFeucyngre1r erfnur 
sein. Deshalb sieht man die Schattenseite der entfernten Berge 
viel schöner blau als die beleuchtete, weil man an dieser mehr 
die Farbe des Berges erblickt als das Blaue, das ihm durch 
die dazwischenschwebende Luft hätte mitgeteilt.werden können. U 
Goethe benutzte, wie in der geschichtlichen Ubersicht erörtert 
wurde, die Erscheinung der trüben Medien als  Urphänon1enE ; 
er versuchte daraus eine ganz neue Lehre von der Entstehung 
der Farben abzuleiten, und wenn diese sich auch als unhaltbar 
erwies, so sind dabei doch manche Tatsachen von bleibendem 
Werte richtig beobachtet worden. Daß z. B. blaue Augen keine 
Spur von blaue1n Farbstoff enthalten, dürfte nicht allgemein 
bekannt sein; das Häutchen der Jris bildet nur ein trübes 
Medium über dem dunkel erscheinenden Augeninneren nnd 
scheint dadurch blau. Die Farbe des Rauches vouverbrennendem 
Holz, der Zigarre, sieht aus dunklem Grunde stets bläulich 
aus, das Sonnenlicht aber, das eine solche Rauchsänle durch: 
setzt, hat eine bräunli6hgelbe Farbe und erscheint sogar rot 
gefärbt, wenn der Rauch sehr dicht ist. 
Die angeführten Erscheinungen beruhen insgesamt wahr: 
scheinlich auf Liehtinterferenz, die durch die kleinen Partikelchen 
hervorgerufenwird,derenkürzereLichtwelleuingröszererMeuge 
reflektiert werden als die längeren, wogegen die längeren Licht: 
welken in bedeutenderem Maße sich dem durchtreteuden Lichte 
zUgeselIen. Bei aufsallenden1 Lichte kommt noch die Oberflächen: 
reflexion der einzelnen Partikelchen hinzu, die den weißlichen 
Charakter mitverursacht. Mischung von Jnterferenzerscheinung 
mit solcher trüben Medinms kann man an dünn geschliffenen 
Perlmutter: oder anderen Mnscheln sehr gut beobachten. 
Die Farben trüber Medien treten in der Natur vielfach 
auf; das Blau der Adern bei zarten Individuen rührt nur 
daher, daß durchscheinende Häute über eine verhältnismäßig 
dunkle Masse, des Blutes in den Adern, gespannt sind. Die 
blauende Wirkung dünner Schichten von Pigmentfarben ist 
ebenfalls in den gleichen Ursachen gelegen. Wenn Maler
        

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