Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus den letzten fünf Jahren
Person:
Grimm, Herman
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-475486
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-478524
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die Mauern sich zogen. Das gestattete die Entfaltung großer 
Villenanlagen außerhalb Roms, aber umschlossen doch noch von 
seinen Mauern, die, vereint mit den griinbewachsenen Ruinenmassen, 
eine innere Umgegend der Stadt schnfen und ihr den Charakter 
friedlicher Stille verliehen, die Denen nnverges;lich sein wird, die sie 
noch genießen durften, nnd deren Verlust mit zu den schmerzlichsten 
Einbußen der Verehrer des ,,alten Ro1nsU gehört. Diese innere Um: 
gebung Roms war so eigenartig nnd mächtig, daß sie die Stadt 
selber dominirte, die, in ihren engen Gassen meist regungslos da: 
liegend, fast als derjenige Theil Roms erscheinen konnte, der we: 
niger in Betracht käme. Denn einige der größten Kirchen: Santa 
Maria Maggiore, der Lateran und viele bedeutende andere lagen 
weniger in der eigentlichen Stadt selber, als um sie herum, in 
dieser seltsamen unbewegten inneren Wildniß zerstreut: und selbst 
der St. Peter mit dem Vatikan, am äußersten Rande Roms nach 
Westen hin, hingen, in der ,,Vorstadtll, dem ,,BorgoU, gelegen, 
mehr mit der Stadt nur zusammen, als daß sie von ihren Häng 
sern umschlossen gewesen wären. 
Was heute nun in Angriff genommen wird, ist die Verwand: 
lang dieser gesammten inneren Umgebung Roms zu bewohnten 
Theilen der Stadt, deren Häuser künftig nach allen Seiten hin an 
die Mauern Anrelian7s wieder anstoßen sollen. An vielen Stellen 
beginnen die neuen Straßen sich zu erheben und die Gartenflächen 
des inneren Roms zu bedecken. Palatin und Forum und andere 
der bedeutendsten Ruinenselder bleiben, soweit es thunlich erscheint, 
als fest umgrenzte, überall vom neuen Rom nmbaute Merk1viirdig: 
keiten geschont; ins alte Rom aber wird durch Niederrcißen von 
.Häusern, Palästen und Kirchen ein Netz breiter, verkehrsfähiger 
Straßen hineingesprengt. Mit dieser Arbeit ist an allen Punkten 
der Stadt zu gleicher Zeit begonnen worden, und sie steht heute in 
voller Ausführung. Es gibt, wohin man sich auch wende, kein 
Quartier, wo nicht entweder das Terrain ausgerissen und geebnet 
wird, um Baugrnnd zu gewinnen, wo aufschicßende Häuser in neuen 
Straßen sieh nicht erheben, oder alte nicht niedergerisscn werden. 
Endlose Reihen von Karren mit Schutt oder Baumaterial erfüllen
        

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