Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-465695
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München 
1854s 
er eine echte Künstlernatur, launenhast und allen ersten Ein: 
drücken sehr zugänglich, besonders aber ungeheuer viel 
Menschen verbrauchend, wo dieselben dann es gar nicht be: 
greifen konnten, auf einmal mit solcher Kälte beiseite geseHt 
zu werden, nachdem sie eben erst mit Freundschaft überhäuft 
worden und dem berühmten Mann das größte Interesse 
eingeflößt zu haben schienen. 
Viel naiver und ungezwungener als bei dem immer 
von seiner großen angebornen Klugheit geleiteten Kaulbach 
trat der absolute Egoismus solcher Künstlernatur indes bei 
Schwind auf, der nun einmal vollkommen unfähig war, 
irgend etwas von der zeitgenössischen Produktion anzu: 
erkennen, als seine eigene. Da er das aber mit Humor 
und sehr guten Witzen that, so konnte man das immer noch 
eher vertragen, nachdem man sich erst einmal in das erste 
Gebot jeder Kiinstlernatnr gefunden, das da lautet: ,,Tu 
sollst keine anderen Götter haben neben mirtt. Denn man 
darf weit eher neben einer schönen Frau die Reize anderer 
loben, als bei einem großen Künstler die Verdienste seiner 
Nebenbuhler, wenn man ihn nicht sofort verstim1nen will. 
Es wäre denn, daß sie tot sind, nnd selbst da bleibt es noch 
gefährlich. Da war es nun schon eine doch allzu naive 
Jllusiou von mir, wenn ich mir einbildete, alle Tage mit 
Enthusiasmus die Verdienste irgend eines einzelnen öffentlich 
rühmen zu können, ohne mir alle anderen dadurch zu Gegnern 
zu macheni  Und dabei wollte ich, der täglich neue solche 
Verbrechen beging, auch noch selber etwas bedeuten als 
Künstlers 
Um diese Zeit nämlich fing ich an, zu den ersten Auf: 
trägen zu kommen durch die Aufmerksamkeit, welche ich er:
        

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