Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-465550
T 
74 
München 
1854s 
s18x 
auf den Charakter des bayerischen Volkes berechnet waren 
als die litterarischen des Königs Max. 
Während ich nun fleißig an der Vollendung meines 
Bildes arbeitete, füllte sich unterdessen der mächtige Bau 
des Glaspalastes, der die erste allgemein:deutsche Jndustrie: 
AusstelIung beherbergen sollte. Die entsprechende Kunst: 
ausstellung aber ward im neuerbauten Ausstellungspalast 
am Königsplat3, untergebracht. Kaum waren aber beide am 
1. Juli eröffnet, so gingen bald dunkle Geriichte vom Aus: 
brach der Cholera in der Stadt um, den man ungeschickter 
Weise zu verheimlichen suchte, um diesen Unternehmungen 
nicht allzusehr zu schaden. Ich hatte das Referat über beide 
für die ,,Allg. Ztg.9 mit einer Dreistigkeit übernommen, 
die mich heute noch in Erstaunen setzt, da ich von der Kunst 
wohl einiges Wenige, von der Jndustrie aber, um die ich 
mich bisher nie bekümmert hatte, nicht das geringste ver: 
stand. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, 
daß es allen anderen, die damals etwa meine Stelle hätten 
einnehmen können, auch nicht viel besser ging. Während 
ich nun meine mehr auf Unterhaltung als Belehrung be: 
rechneten Berichte schrieb  meine Familie hatte ich nach 
Starnberg zum Somn1eraufenthalt in Sicherheit gebracht  
griff die Cholera immer weiter um sich und die anfangs 
stark besuchten beiden Ansstellungen verödeten mehr und mehr. 
Natürlich hatte ich mich in meinen Feuilletons auf die Kunst: 
industrie beschränkt, ein Wesen, dessen bescheidenes Auftreten 
da und dort nur erst mühsam zu verfolgen war und sich 
in der Hauptsache auf mehr oder weniger dilettantische Ver: 
suche beschränkte, wie sie Eugen Neureuther, Former, Dyck 
und andere Künstler, fast immer ohne Berücksichtigung der:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.