Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464842
Und 
Pat.1li 
Verm 
Rethel. 
AIfred 
endlich verderblich wirkt. Ganz im Gegensatz, zu ihnen war 
sein Geist durchaus aufs Bauen nnd nicht aufs Zerftören 
gerichtet. 
Ein in der Richtung aufs Pathetische, Geibel verwandtes 
Talent sollte ich auch bald darauf in Betty Paoli kennen 
lernen, die im Jahre 49 nach Dresden kam, in dessen Nähe 
sie sich bei einer Gräfin Biinau als Gesellschaftsdan1e auf: 
hielt. Während man sich die Dichterinnen nach alter TM: 
dition gewöhnlich häßlich vorstellt, war diese im Gegenteil 
bildschön und ebenso verführerisch liebenswürdig als überdies 
mit dem köstlichsten Humor gesegnet, der sie in Gesellschaft 
zu einer wahren Perle machte, wenn sie es nicht vorzog, 
sich als unheilweissagende Kassandra zu geben, was ihre 
entschiedene Liebhaberei war. Eine glänzendere Vertreterin 
der Wiener Frauenart wäre aber unmöglich zu finden ge: 
wesen, und das Romanhafte ihrer bisherigen Schicksale trug 
nicht wenig dazu bei, ihre Anziehungskraft zu vermehren. 
Groß und schlank, mit Augen wie getränkt in Schwarz, 
vollkommen regelmäßigen Zügen, feinem, sammtartig brünettem 
Teint und reichem, nachtschwarzem Haar, machte sie selbst 
damals noch, wo sie bereits im 33. Jahr stand, einen be: 
zaubernden Eindruck, und schien noch mehr geeignet, Ro1nane 
zu erleben, als sie zu schreiben. 
Unter den Künstlern aber fiel mir zuerst in der Mon: 
tags:Gesellschaft ein überaus fein ausfehender junger Mann 
durch seine etwa an einen französischen Marquis vom ältesten 
Adel erinnernden Gesichtszüge und das gelassene, nie heftigc 
oder leidenschaftliche Benehmen, die langfame und fast monu: 
Inental zu nennende, streng gewählte Sprechweise auf, was 
alles zusammen höchst harmonisch wirkend, einen Eindruck 
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