Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-465378
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Italien 
1851s 
.54s 
halten konnte, nicht gerade imponierend aus. Klein und 
breit, war doch der echte Raubtierkops an ihm nicht zu ver: 
kennen, der auch eines Zuges von slavischer Schlauheit nicht 
entbehrte, aber doch durch seine freundliche Würde einnahm. 
Diese war aber groß genug, daß die paar Dutzend Menschen 
der untersten Volksklassen, die sich am Eingang des Ca1npo 
Marzo angesammelt hatten, als er freundlich grüßend an 
uns ihm zujubelnden Deutschen vorbeiritt, doch unwillkürlich 
die Mützen herunterrissen, was sie vorher offenbar zu unter: 
lassen beabsichtigt, so ehrfurchtgebietend war seine greife 
Majestät.  Seltsames Mißverständnis, das uns in diesem 
echten Ezechen einen deutschen Helden verehren ließ, bloß 
weil er allerdings meistens deutsch sprach nnd fast aus: 
schließlich von Deutschen umgeben war, die damals in sehr 
großer Anzahl bei der österreichischen Armee als Offiziere 
dienten. 
Allmählich hatte sich auch meine junge Frau gar sehr 
an den unsäglichen Reiz des Lebens in Venedig gewöhnt. 
Derselbe besteht doch eigentlich darin, daß man da, fast 
immer auf dem Markusplatz oder der Piazzetta die freien 
Stunden verbringend, unaufhörlich vom Herrlichsten umgeben 
ist, was das künstlerische Genie einer hochbegabten Nation 
in einem Jahrtansend mit den denkbar reichsten Mitteln zu 
schaffen vermochte. Das giebt eine Konzentration von Schön: 
heit, wie sie die Welt nicht zum zweitenn1ale zu bieten hat 
und die ebenso durch das herrliche Material des weißen 
Mar1nors wie besonders dadurch verdoppelt wird, daß alle 
diese Bauten sich im Wasser spiegeln, was ihnen ein wunder: 
bares Leben verleiht. Was ist darum selbst der Concordien2 
plaß in Paris oder der Pincio in Rom gegen die PiazzettaP
        

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