Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-468008
Marienfeld. 
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Schweizer Seen so recht nach Herzenslust zu genießen. 
Zürich als Hauptsih der Schweizer Seidenindustrie hat 
eigentlich dies ganze Seeufer zu seiner Vorstadt u1ngeschaffen, 
wo Dorf sich an Dorf, Landsitz an Landsitz, reiht, so daß 
am Ufer selber die Häuser gar nie ausgehen, die sich dann 
zwischen den Weinbergen die Höhe hinanziehen. Während 
aber das linke Ufer mit seiner Eisenbahn ganz modernisiert 
ist, so hat sich dieses rechte seit einem Jahrhundert kaum 
verändert, ja es scheint noch ganz so, wie es die Klopstock, 
Goethe, Lavater zu der Zeit geschildert, wo die Haller, 
Geßner, Bodmer, Breitingen die Führung der deutschen 
Literatur hatten. Von dieser Kultur des vorigen Jahr: 
hunderts ist nun besonders das ein paar hundert Fuß überm 
See unter herrlichen Nuß:, Linden: und Ahornbäumen ganz 
versteckt in einem sich weit den Berg hinaufziehenden Wein: 
gut liegende Marieufeld ein wahres Muster, da das 
Willesche Ehepaar den guten Geschmack hatte, es ganz so 
zu lassen, wie es schon vor hundert Jahren das Landhaus 
eines Züricher Patriziers gewesen sein mußte. So glaubte 
man denn, wenn man von dem nebenanliegenden traulichen 
Dorfe Herrliberg hinaufstieg, und über die hohe FkEkkVCPpe 
weg in den großen, mit mächtigen, reichgeschniHten Schränken 
besetzten, weißgetüuchten Hausflur kam, der ehrwürdige Herr 
Staatssäckelmeister Bodmer müsse einem notwendig aus einer 
der dunkelbraunen, mit großen Subporte11 Und Olbilder11 
darüber versehenen vier Thüren entgegenko1nmen, die sich 
aus diesen Hausflur öffneten. Noth 9VößeV War Aber die 
Täuschung, wenn man in das von mir bewohnte Gastzimmer 
im oberen Stock kam, von dem aus man der herrlichsten 
Aussicht über den See genoß. Da empfing einen schon
        

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