Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-467481
und 
Makart 
RantbeV9s 
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anscheinend so oberflächliche Mensch doch ein tieferes Ver: 
ständnis Shakespearescher Charaktere bewies, als irgend ein 
Künstler vor ihm9 Die Beschäftigung mit Ägypten bei diesem 
Bilde veranlaßte dann Makart, den nächsten Winter dort zu: 
zubringen mit Lenbach und dem da schon vortrefflich ein: 
gelebten Orientmaler Leopold Müller. Während diese beiden 
nun in Kairo fleißig den ganzen Tag studierten, ging Makart 
spazieren, fuhr zu den Pyra1niden und füllte bloß sein Ge: 
dächtnis mit den Bildern dieser fremdartigen Welt. Dennoch 
brachte er am Schlusse des Winters mehr nach Hause als 
beide Gefährten miteinander. Darunter das, wie er mir 
selbst erzählte, in sechs Wochen gemalte riesige Bild einer 
mit ihren Frauen in einer Prachtgaleere aus dem Nil spazieren: 
fahrenden Kleopatra mit einer Wasserjagd im Vordergrund. 
Dann einen wahren Othello, d. h. einen prachtvollen Mohren: 
prinzen und endlich zwei Fellahweiber beim Wasserschöpfen, 
beide Bilder in Lebensgröße wundervoll gemalt. Von Kairo 
ging er dann noch geschwind nach Antwerpen, um dort 
Studien für den Karl V. zu machen, den er schon mit sich 
herun1trug. Jn München aber starb uns während des Karne: 
vals infolge einer Erkältung bei einem Ball Ramberg, als 
Künstler ebenso genial und schöpferisch wie als Mensch un: 
gleich und launenhaft. Als Ver1nächtnis hinterließ er die 
scholl erwähnten, erst nach seinem Tode publizierten Bilder 
zu Vossens Louise, Meisterstücke feinster Charakteristik und 
echt deutscher Anmut, welche an nationalem Gepräge und 
Reiz die Bilder zu Hermann und Dorothea noch weit über: 
ragten. Ebenso ein halb DuHend Olbilder von unoergäng: 
lichem Wert, wo er, das elegante Leben der höheren Stände 
bei uns schildernd, fast unerreicht blieb, weil er, selber in
        

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