Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-467154
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Münchener Kollegen arbeiteten freilich die meisten gar nicht 
in dieser Zeitl Bald darauf begleitete nun der Bürgermeister 
Stromeyer einen Wagen voll Liebesgaben nach Straßburg, 
um das dort stehende Konstanzer Regiment damit zu be: 
glücken. Der machte uns bei der Rückkehr eine sehr eindrucks: 
volle Beschreibung vonsden Schauern der nächtlichen Be: 
schießung der Stadt. Jch erlebte noch ihre Übergabe in 
Konstanz, nachdem wir erst ein paarmal bei Weftwind selbst 
den fernen Donner der GeschüHe zu hören geglaubt. Dann 
aber kehrte ich heim nach München, das Herz gefchwellt voll 
der stolzesten Hoffnungen, um nun nacheinander noch die 
Übergabe von MeH, die Belagerung und Kapitulation von 
Paris und den Triumph unserer braven badischen Truppen 
in der dreitägigeu Schlacht an der Lisaine bald bangend, 
bald jubelnd zu erleben.  Da begegnete es auch, daß ein 
Angehöriger von meiner Frau Familie frischweg aus dem 
Kadettenhause weg als ein anscheinend ziemlich schwächliches 
Kerlchen den Ersat;,mannschaften beigesellt ward, die man von 
München aus um Weihnachten ein paar dorthin verschlagenen 
bayerischen Batterien nachschickte. Jch hielt ihn für verloren, 
da er solch schauerlichen Winterfeldzug gewiß nicht aushalten 
werde. Dennoch übcrstand er selbst das drei Tage und 
Nächte dauernde Kampiereu auf dem Schnee neben den Ge: 
schüHen an der Lisaine und kehrte sogar, während er als 
ein blasses Bürschchen fortgezogen, als ein stra1nmer, fester 
rotbackiger Offizier zurück.  Sein älterer Bruder dagegen, 
der schon den Feldzug von 1866 mitgemacht, bekam diesmal 
gleich bei Orleaus einen Grauatsplitter ins Knie, ward ver: 
wundet daliegend gefunden und heilte so langsam, daß er 
erst ein Halbjahr nach Beendigung des Krieges, immer
        

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